FIDE-Wahl 2026: Drei Kandidaten für die Präsidentschaft zugelassen
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Editor: Thomas L.
9/23/2026


FIDE-Wahl 2026: Drei Kandidaten für die Präsidentschaft zugelassen
Jan Henric Buettner, Wadim Rosenstein und Timur Turlov treten bei der FIDE-Präsidentenwahl am 26. September in Samarkand an. Die FIDE-Wahlkommission hat alle drei eingereichten Kandidaturen nach einer ersten Prüfung bestätigt.
Die Entscheidung über die nächste Führung des Weltschachbundes rückt näher. Bei der FIDE-Generalversammlung in Samarkand wird am 26. September 2026 der neue Präsident des internationalen Schachverbandes gewählt. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist liegen drei gültige Kandidaturen vor. Die FIDE-Wahlkommission bestätigte die Tickets von Jan Henric Buettner und Malcolm Pein, Wadim Rosenstein und Gordon Tang sowie Timur Turlov und Viswanathan Anand.
Die Wahlkommission prüfte nach dem Ende der Bewerbungsfrist die eingereichten Unterlagen und die Voraussetzungen für eine Kandidatur. Die drei zugelassenen Teams werden von der FIDE in alphabetischer Reihenfolge nach dem Namen des jeweiligen Präsidentschaftskandidaten aufgeführt. Jede Mitgliedsföderation, die bei der Generalversammlung stimmberechtigt vertreten ist, verfügt über eine Stimme.
Damit steht zugleich fest, dass es 2026 zu einem Dreikampf um die FIDE-Präsidentschaft kommt. Der bisherige Amtsinhaber Arkadi Dvorkowitsch tritt nicht erneut an. Der Wahlkampf wird von unterschiedlichen Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung des internationalen Schachs geprägt.
Buettner mit Malcolm Pein
Jan Henric Buettner tritt gemeinsam mit Malcolm Pein an. Der deutsche Unternehmer ist insbesondere als Mitbegründer von Freestyle Chess bekannt, das gemeinsam mit Magnus Carlsen aufgebaut wurde. Zuvor war Buettner unter anderem in den Bereichen Telekommunikation, Internet, Venture Capital und Hospitality tätig.
In seiner Bewerbung hebt Buettner seine Erfahrungen beim Aufbau internationaler Unternehmen und bei der Gewinnung von Investoren und strategischen Partnern hervor. Für die FIDE sieht er insbesondere bei den kommerziellen Aktivitäten, Sponsoring und Medienrechten weiteres Entwicklungspotenzial.
Zu seinen genannten Zielen gehören eine stärkere Unterstützung der Mitgliedsverbände, eine Ausweitung der weltweiten Schachbeteiligung sowie eine professionellere und transparentere Führung des Verbandes. Auch Bildung, Technologie und eine nachhaltige finanzielle Entwicklung spielen in seinem Programm eine wichtige Rolle.
Rosenstein mit Gordon Tang
Wadim Rosenstein tritt gemeinsam mit Gordon Tang an. Der deutsche Unternehmer ist Gründer von WR Chess und Vorsitzender der WR Group Holding. Rosenstein engagiert sich seit vielen Jahren im Schach und ist unter anderem durch die WR Chess Masters in Düsseldorf und London bekannt.
Darüber hinaus unterstützte Rosenstein Jugendveranstaltungen und verschiedene nationale Verbände und Spieler. Zu seinen Projekten gehören außerdem die WR Chess Juniors und die WR Women's Chess Tour. Auch an der Entwicklung der FIDE World Rapid & Blitz Team Championship war Rosenstein beteiligt.
In seiner Bewerbung beschreibt Rosenstein seine Vorstellungen einer modernisierten FIDE. Im Mittelpunkt stehen aus seiner Sicht eine stärkere Orientierung an den Mitgliedsverbänden, professionellere Strukturen und eine größere wirtschaftliche Stärke des Weltschachbundes.
Rosenstein ist derzeit Delegierter des Deutschen Schachbundes bei der FIDE. Damit spielt er bereits vor der Wahl eine offizielle Rolle innerhalb der Organisation.
Turlov mit Viswanathan Anand
Das dritte Ticket bilden Timur Turlov und Viswanathan Anand. Turlov ist ein kasachischer Unternehmer und Gründer sowie CEO der Freedom Holding Corp. Gleichzeitig ist er seit 2023 Präsident des Kasachischen Schachverbandes und engagiert sich für die Entwicklung des Schachs in seinem Heimatland.
Unter Turlovs Führung wurde Kasachstan in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Austragungsort internationaler Schachveranstaltungen. Darüber hinaus ist Turlov seit 2025 Präsident der International School Chess Federation und setzt sich nach eigenen Angaben insbesondere für Schach im Bildungsbereich und die Förderung junger Spieler ein.
Mit Viswanathan Anand hat Turlov einen der bekanntesten Namen des Weltschachs an seiner Seite. Der fünffache Weltmeister soll im Falle eines Wahlsiegs das Amt des Deputy President übernehmen.
Turlov betont in seinen Wahlunterlagen vor allem die Digitalisierung und eine stärkere internationale Ausrichtung der FIDE. Seine Erfahrungen aus der Führung eines international tätigen börsennotierten Unternehmens möchte er auf den Weltschachverband übertragen. Auch Regionen außerhalb der traditionellen Schachzentren sollen nach seiner Darstellung stärker in die Entwicklung des Verbandes einbezogen werden.
Entscheidung in Samarkand
Die drei Kandidaten haben damit ihre offiziellen Tickets für die Wahl erhalten. Die eigentliche Entscheidung fällt am 26. September während der FIDE-Generalversammlung in Samarkand. Der FIDE-Kongress findet vom 20. bis 27. September in der usbekischen Stadt statt.
In den Wochen vor der Wahl haben die drei Kandidaten Gelegenheit, ihre Programme den Mitgliedsverbänden und der Schachöffentlichkeit vorzustellen. Einen ersten direkten Vergleich gab es bereits bei der von Chess.com veranstalteten Präsidentschaftsdebatte am 9. September, die von Großmeister Maurice Ashley moderiert wurde.
Die FIDE-Wahl 2026 markiert damit einen Führungswechsel an der Spitze des Weltschachbundes. Drei Unternehmer mit unterschiedlichen beruflichen und schachlichen Hintergründen treten gemeinsam mit ihren jeweiligen Kandidaten für das Amt des Deputy President an. Am 26. September werden die stimmberechtigten Mitgliedsverbände in Samarkand darüber entscheiden, welches Team künftig die Geschicke der FIDE führt.
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