Schacholympiade: Keymer und Pähtz feiern gelungenen Einstand
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Editor: Thomas L.
9/19/2026


Schacholympiade: Keymer und Pähtz feiern gelungenen Einstand
Die deutschen Nationalmannschaften haben auch die zweite Runde der Schacholympiade in Samarkand erfolgreich abgeschlossen. Nach den Auftaktsiegen gegen die Färöer und Malta legten beide Teams am Donnerstag nach. Die Männer besiegten Usbekistan 3 mit 3½:½, während die Frauen gegen Irland sogar mit 4:0 gewannen. Besonders im Mittelpunkt standen Vincent Keymer und Elisabeth Pähtz, die nach ihrem Aussetzen in der ersten Runde erstmals bei dieser Olympiade zum Einsatz kamen und jeweils einen ganzen Punkt beitrugen.
Keymer kehrt mit Sieg zurück
Im offenen Wettbewerb wartete mit Usbekistan 3 ein Gegner, der deutlich stärker einzuschätzen war als die Färöer zum Auftakt. Die dritte Mannschaft des Gastgebers hatte ihr erstes Match gegen Mali ebenfalls mit 3½:½ gewonnen und konnte damit selbstbewusst in die Begegnung gehen.
Deutschland trat erstmals mit Vincent Keymer an Brett eins an. Die deutsche Nummer eins hatte in der ersten Runde pausiert und übernahm nun die Spitzenposition. Gegen den usbekischen Internationalen Meister Saidakbar Saydaliev entwickelte sich eine Partie aus dem Colle-System. Keymer kam zunehmend besser ins Spiel und profitierte schließlich von einem taktischen Fehler seines Gegners.
Mit 30...g5 übersah Saydaliev eine taktische Möglichkeit. Keymer konnte daraufhin mit Sxe6 eine Figur gewinnen. Nach Lxe6 und Kxe6 folgte Lc7, und die schwarze Stellung war nicht mehr zu retten. Saydaliev gab kurze Zeit später auf. Damit gelang Keymer ein überzeugender Einstieg in die Olympiade.
Auch an den übrigen Brettern setzte sich Deutschland durch. Frederik Svane gewann mit Schwarz gegen Bakhrom Bakhrillaev, Alexander Donchenko bezwang Almas Rakhmatullaev. Lediglich Rasmus Svane musste sich mit einem Remis gegen Mukhammadali Abdurakhmonov zufriedengeben. Das Endergebnis von 3½:½ bedeutete für Deutschland den zweiten Mannschaftssieg in Folge.
Damit steht das deutsche Team nach zwei Runden bei vier Mannschaftspunkten und acht Brettpunkten. In der Tabelle befindet sich Deutschland nach dem zweiten Spieltag in der Spitzengruppe. Mehrere Mannschaften weisen nach zwei Siegen ebenfalls die maximale Punktzahl auf, sodass die eigentliche Positionsbestimmung erst mit den stärkeren Paarungen der kommenden Runden beginnen wird.
Pähtz meldet sich eindrucksvoll zurück
Bei den deutschen Frauen gab es ebenfalls einen besonderen Moment. Elisabeth Pähtz, die in der ersten Runde noch pausiert hatte, feierte gegen Irland ihr Comeback im Nationalteam. Für die erfahrene deutsche Spitzenspielerin war die Partie gleichzeitig der erste Turniereinsatz seit längerer Zeit.
Pähtz traf am ersten Brett auf die irische Großmeisterin Trisha Kanyamarala. Die deutsche Spielerin setzte sich durch und legte damit den Grundstein für einen klaren deutschen Mannschaftserfolg. Hinter ihr gewannen Hanna Marie Klek gegen Alice O'Gorman, Jana Schneider gegen Lara Putar und Lara Schulze gegen Antonina Gora. Am Ende stand ein glattes 4:0 für Deutschland.
Bemerkenswert war dabei insbesondere die Reihenfolge, in der die deutschen Punkte eingefahren wurden. Pähtz und Klek sorgten an den beiden ersten Brettern für die ersten beiden Siege. Dadurch konnten Schneider und Schulze ihre Partien mit zusätzlicher Sicherheit fortsetzen. Beide nutzten ihre Chancen und machten den Mannschaftserfolg schließlich perfekt.
Dinara Wagner setzte in dieser Runde aus. Sie hatte in der ersten Runde gegen Malta am Spitzenbrett ein Remis erzielt und wird im weiteren Verlauf des elf Runden umfassenden Turniers wieder benötigt werden. Für Pähtz war die Rückkehr dagegen ein besonderer Moment, nachdem sie nach Angaben des Deutschen Schachbundes seit Oktober 2025 keine Turnierpartie mehr gespielt hatte.
Noch ist die Olympiade jung
Nach zwei Spieltagen haben beide deutschen Mannschaften damit jeweils zwei Siege auf dem Konto. Die Ausgangslage ist entsprechend positiv, doch die entscheidenden Prüfungen stehen erst bevor. Bei einer Olympiade mit elf Runden lässt sich aus den ersten Ergebnissen nur begrenzt auf den weiteren Verlauf schließen. In den kommenden Runden werden die deutschen Teams auf Mannschaften treffen, die in der Setzliste deutlich weiter vorne stehen und an den Spitzenbrettern mit Großmeistern und Weltklassespielern antreten.
Für Keymer ist der gelungene Auftakt dennoch ein wichtiger erster Schritt. Nach seiner Pause in Runde eins konnte er gleich einen Sieg beisteuern und damit zeigen, dass er bereit ist, die deutsche Mannschaft an Brett eins anzuführen. Auch Pähtz nutzte ihren ersten Einsatz, um mit einem Sieg in das Turnier einzusteigen.
Die 46. Schacholympiade in Samarkand nimmt damit aus deutscher Sicht weiter einen erfreulichen Verlauf. Nach den beiden Auftaktrunden stehen jeweils zwei Mannschaftssiege zu Buche. Während die Männer gegen Usbekistan 3 erstmals etwas mehr gefordert wurden, konnten die Frauen gegen Irland ihre Favoritenrolle souverän bestätigen. Nun wird sich zeigen, wie sich die deutschen Mannschaften gegen die ersten echten Schwergewichte des Turniers behaupten können.
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