Georgios Makropoulos im Alter von 72 Jahren verstorben
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Editor: Toni G.
9/17/2026


Georgios Makropoulos im Alter von 72 Jahren verstorben
Die internationale Schachwelt trauert um Georgios Makropoulos. Der langjährige FIDE-Funktionär und Vizepräsident des Weltschachbundes ist im Alter von 72 Jahren verstorben. Makropoulos gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der internationalen Schachorganisation und war zugleich einer der erfolgreichsten griechischen Spieler seiner Generation. Die FIDE würdigte ihn in einer offiziellen Mitteilung als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des griechischen und internationalen Schachs.
Georgios Makropoulos wurde 1953 in Thessaloniki geboren. Schon früh machte er im Schach auf sich aufmerksam und nahm 1969 und 1971 an den Junioren-Weltmeisterschaften teil. In den 1970er Jahren entwickelte er sich zu einem der stärksten Spieler Griechenlands. Insgesamt siebenmal gewann er die griechische Landesmeisterschaft. Seine Titel holte er in den Jahren 1971, 1973, 1975, 1977, 1978, 1980 und 1985.
Seit 1979 trug Makropoulos den Titel eines Internationalen Meisters. Auch auf internationaler Ebene vertrat er sein Heimatland regelmäßig. Bei den Schacholympiaden 1972, 1974 und 1980 gehörte er zur griechischen Nationalmannschaft, zweimal kam er dabei am ersten Brett zum Einsatz. Darüber hinaus spielte er für Griechenland bei europäischen und Balkan-Mannschaftswettbewerben.
Vom Spieler zum Funktionär
Die nachhaltigste Wirkung auf den internationalen Schachsport sollte Makropoulos allerdings nicht mehr am Schachbrett, sondern in der Organisation entfalten. Der gelernte Journalist übernahm früh Verantwortung im griechischen Schach und wurde später Präsident des griechischen Schachverbandes. In dieser Funktion spielte er eine wichtige Rolle dabei, die Schacholympiaden 1984 und 1988 nach Thessaloniki zu holen.
Damit verband Makropoulos seine beiden großen Tätigkeitsfelder: den Schachsport und die Organisation internationaler Veranstaltungen. Die beiden Olympiaden in seiner Heimatstadt waren für Griechenland bedeutende Schachereignisse und machten Thessaloniki zu einem wichtigen Austragungsort des internationalen Schachs.
Seit 1986 war Makropoulos zudem in verschiedenen leitenden Funktionen der FIDE tätig. Er gehörte damit zu jener Generation von Funktionären, die die Entwicklung des Weltschachverbandes über mehrere Jahrzehnte begleiteten. Im Laufe seiner Karriere war er unter anderem Generalsekretär, stellvertretender Präsident und Vizepräsident der FIDE.
Besonders eng war seine Verbindung zur FIDE-Führung über viele Jahre. Er arbeitete unter verschiedenen Präsidenten und war bei zahlreichen Weltmeisterschaften, Olympiaden, Kongressen und anderen großen Veranstaltungen präsent. Seine langjährige Erfahrung und sein großes Netzwerk machten ihn zu einer bekannten und einflussreichen Figur innerhalb der internationalen Schachpolitik.
Auch bei den FIDE-Wahlen spielte Makropoulos eine wichtige Rolle. 2018 kandidierte er selbst für das Amt des FIDE-Präsidenten. Er trat mit seinem Team unter dem Namen „FIDE Forward“ an und stellte sich damit dem damaligen Wahlkampf um die Führung des Weltschachverbandes. Obwohl er die Wahl letztlich nicht gewann, blieb er der FIDE-Führung weiterhin eng verbunden.
Ein Leben für das Schach
Makropoulos verkörperte damit eine ungewöhnliche Verbindung von aktiver Schachkarriere und jahrzehntelanger Verbandsarbeit. Er hatte das Schach zunächst selbst als Spitzenspieler erlebt und anschließend einen großen Teil seines Berufslebens der Organisation des Sports gewidmet. Dadurch gehörte er zu den wenigen Funktionären, die sowohl die Perspektive eines internationalen Spielers als auch die Herausforderungen der Schachverwaltung aus eigener Erfahrung kannten.
Bei den großen Turnieren der vergangenen Jahrzehnte war Makropoulos regelmäßig anzutreffen. Für viele Vertreter der nationalen Verbände, Spieler und Organisatoren war er deshalb ein vertrautes Gesicht. Seine Tätigkeit reichte weit über die Organisation einzelner Wettbewerbe hinaus. Er war an zahlreichen Entscheidungen beteiligt, die die Entwicklung des internationalen Schachs über einen langen Zeitraum prägten.
Auch die FIDE hob in ihrem Nachruf besonders seine organisatorische Erfahrung und seine weitreichenden Kontakte hervor. Über Jahrzehnte habe Makropoulos eine feste Rolle in der Führung des Weltschachverbandes eingenommen. Sein Tod bedeutet damit auch das Ende einer langen Ära, in der er die internationale Schachpolitik aus nächster Nähe begleitet und mitgestaltet hat.
Die Nachricht von seinem Tod wurde von der FIDE am 15. September veröffentlicht. Der Weltschachverband sprach seiner Familie, seinen Freunden, seinen Kollegen und der gesamten griechischen Schachgemeinschaft sein tiefes Mitgefühl aus.
Mit Georgios Makropoulos verliert das internationale Schach eine Persönlichkeit, die den Sport zunächst als Spieler und später vor allem als Funktionär geprägt hat. Sieben griechische Meistertitel, drei Olympiateilnahmen und mehr als vier Jahrzehnte in verantwortlichen Positionen der FIDE stehen für eine außergewöhnlich lange Verbindung mit dem Schach. Sein Name bleibt damit nicht nur in den Annalen des griechischen Schachs, sondern auch in der Geschichte des Weltschachverbandes verankert.
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