Wesley So vor dem Triumph – Bibisara Assaubayeva krönt sich zur Königin von Oslo

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Editor: Aditja P.

6/5/2026

Wesley So vor dem Triumph – Bibisara Assaubayeva krönt sich zur Königin von Oslo

Die neunte und vorletzte Runde des Norway Chess 2026 hat die Weichen für die Turnierentscheidung gestellt. Während Wesley So im Open-Turnier die Führung verteidigte und mit den besten Karten in die Schlussrunde geht, hat Bibisara Assaubayeva im Frauenwettbewerb bereits Geschichte geschrieben. Die Kasachin sicherte sich den Turniersieg vorzeitig und krönte eine beeindruckende Vorstellung mit dem größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere.

Vor dem letzten Spieltag sind damit die Vorzeichen in beiden Turnieren unterschiedlich. Während bei den Frauen die Siegerin bereits feststeht, verspricht das Open-Turnier noch einmal Hochspannung.

Wesley So behält die Nerven

Im Open-Turnier stand die Begegnung zwischen Wesley So und Magnus Carlsen im Mittelpunkt. Für Carlsen war die Partie möglicherweise die letzte Chance, noch einmal in den Kampf um den Turniersieg einzugreifen. Der Norweger zeigte eine solide Leistung und erreichte ein Remis in der klassischen Partie. Doch erneut sollte die Armageddon-Entscheidung nicht zu seinen Gunsten verlaufen.

So gewann den Tiebreak und baute damit seine Führung weiter aus. Der Amerikaner spielt bislang ein bemerkenswert kontrolliertes Turnier. Während viele seiner Konkurrenten zwischen starken Siegen und schmerzhaften Niederlagen schwankten, sammelte So Runde für Runde wichtige Punkte. Diese Konstanz hat ihn an die Tabellenspitze geführt und macht ihn nun zum klaren Favoriten auf den Turniersieg.

Für Carlsen dagegen entwickelt sich das Heimturnier zu einem der schwierigsten Auftritte seiner Karriere. Nach mehreren Niederlagen und verpassten Chancen rangiert der Weltranglistenerste nur im hinteren Teil des Feldes. Ein Turniersieg ist nicht mehr möglich.

Praggnanandhaa setzt seine Aufholjagd fort

Die stärkste Form in der Schlussphase zeigt derzeit jedoch nicht Wesley So, sondern Praggnanandhaa. Der Inder gewann gegen Weltmeister Gukesh Dommaraju und feierte damit seinen dritten Sieg in Folge. Nach einem durchwachsenen Start hat sich Praggnanandhaa damit noch einmal in die Verfolgerrolle gebracht.

Für Gukesh dagegen setzt sich ein überraschend schwieriges Turnier fort. Der amtierende Weltmeister konnte seine Leistungen aus dem vergangenen Jahr nicht bestätigen und findet sich vor der Schlussrunde am Tabellenende wieder. Das zeigt einmal mehr, wie hoch das Niveau in Oslo ist: Selbst der Weltmeister erhält hier keine Geschenke.

Firouzja bleibt in Reichweite

Auch Alireza Firouzja bleibt im Rennen um die Spitzenplätze. Der Franzose kämpfte in seiner Partie gegen Vincent Keymer um jeden halben Punkt und hielt sich damit in Schlagdistanz zu Wesley So. Nachdem Firouzja das Turnier zu Beginn sogar angeführt hatte, schien er zwischenzeitlich etwas den Faden zu verlieren. Vor der letzten Runde besitzt er jedoch weiterhin Chancen auf eine Spitzenplatzierung.

Bibisara Assaubayeva vollendet ihr Meisterstück

Im Frauenwettbewerb ist die Entscheidung bereits gefallen. Bibisara Assaubayeva ließ sich auch in Runde neun nicht mehr von ihrem Weg abbringen und sicherte sich den Gesamtsieg bereits vor der Schlussrunde. Die 22-jährige Kasachin war über weite Strecken die konstanteste Spielerin des Turniers und wurde für ihren mutigen Stil belohnt.

Besonders beeindruckend war ihre Fähigkeit, klassische Partien zu gewinnen. Während viele Konkurrentinnen ihre Punkte vor allem über Armageddon-Erfolge sammelten, gelang Assaubayeva mehrfach der volle Dreipunkteerfolg. Dadurch konnte sie sich Schritt für Schritt vom Feld absetzen. Bereits nach Runde sieben hatte sie ihre Führung ausgebaut, nun ist ihr der Titel nicht mehr zu nehmen.

Hinter ihr entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Divya Deshmukh blieb lange die gefährlichste Verfolgerin, während auch Anna Muzychuk und Zhu Jiner bis zuletzt um eine Spitzenplatzierung kämpfen.

Ein Finale mit unterschiedlichen Vorzeichen

Während die Frauenkonkurrenz ihre Siegerin bereits gefunden hat, steht im Open-Turnier noch ein letzter großer Showdown bevor. Wesley So hat alle Trümpfe in der Hand, doch Praggnanandhaa und Firouzja lauern auf ihre Chance. Im besonderen Norway-Chess-Format kann eine einzige Partie den gesamten Turnierverlauf verändern.

Eines steht jedoch bereits fest: Norway Chess 2026 hat erneut bewiesen, warum es zu den spektakulärsten Veranstaltungen des Schachkalenders gehört. Überraschende Wendungen, mutige Partien und unerwartete Tabellenkonstellationen haben dafür gesorgt, dass die Entscheidung erst am letzten Tag fällt – zumindest bei den Männern. Bei den Frauen dagegen gehört die Bühne bereits einer Spielerin: Bibisara Assaubayeva. Sie hat Oslo erobert.

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