Weltmeister Gukesh und Praggnanandhaa greifen in Zagreb an
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Editor: Aditja P.
7/4/2026


Weltmeister Gukesh und Praggnanandhaa greifen in Zagreb an
Mit dem Super Rapid & Blitz Croatia macht die Grand Chess Tour in dieser Woche Station in Zagreb. Vom 1. bis 5. Juli trifft sich im Westin Hotel die internationale Schachelite zum dritten Turnier der diesjährigen Tour. Nach den klassischen Wettbewerben in Warschau und Bukarest stehen nun erstmals wieder die schnellen Bedenkzeiten im Mittelpunkt. Besonders im Fokus stehen dabei Weltmeister Gukesh Dommaraju und sein Landsmann Praggnanandhaa, die beide zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den Turniersieg gehören.
Das Teilnehmerfeld verspricht Schach auf höchstem Niveau. Neben Gukesh und Praggnanandhaa gehen unter anderem Vincent Keymer, Nodirbek Abdusattorov, Anish Giri, Alireza Firouzja, Maxime Vachier-Lagrave, Jorden van Foreest, Bogdan-Daniel Deac und Lokalmatador Ivan Šarić an den Start. Sechs Spieler bestreiten die komplette Grand Chess Tour, während Abdusattorov, Gukesh, Deac und Šarić für das kroatische Turnier eine Wildcard erhielten.
Besonders gespannt blickt die Schachwelt auf Weltmeister Gukesh. Der Inder gehört zwar zu den stärksten klassischen Spielern der Welt, doch die schnellen Zeitkontrollen gelten weiterhin als Bereich, in dem er sich kontinuierlich weiterentwickelt. Seine Leistungen im Schnell- und Blitzschach haben sich in den vergangenen Monaten deutlich stabilisiert, weshalb viele Beobachter erwarten, dass er auch in Zagreb ein ernstes Wort im Kampf um den Turniersieg mitreden kann.
Nicht minder interessant ist der Auftritt von Praggnanandhaa. Der 19-Jährige zählt seit geraumer Zeit zu den konstantesten Spielern der Weltspitze und hat in diesem Jahr bereits mehrfach bewiesen, dass er gerade im Schnellschach zu den gefährlichsten Gegnern überhaupt gehört. Seine dynamische Spielweise und sein ausgeprägtes Gespür für Initiative machen ihn zu einem der Favoriten auf den Titel. Die indischen Schachfans hoffen deshalb auf ein weiteres erfolgreiches Kapitel der beeindruckenden Erfolgsgeschichte ihres Landes.
Auch Vincent Keymer reist mit viel Selbstvertrauen nach Kroatien. Der deutsche Großmeister hat sich in den vergangenen Monaten endgültig in der erweiterten Weltspitze etabliert und gehört inzwischen zu den fünf besten Spielern der Weltrangliste. Zusammen mit Abdusattorov, Firouzja und Giri bildet er eine Gruppe von Spielern, die jederzeit in der Lage ist, ein solches Turnier zu gewinnen. Gerade in den schnellen Disziplinen entscheiden oft Kleinigkeiten, sodass bereits ein einziger schwächerer Tag den Unterschied zwischen Turniersieg und Mittelfeldplatz ausmachen kann.
Gespielt wird zunächst ein einfaches Rundenturnier im Schnellschach. Jeder Teilnehmer bestreitet neun Partien mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus zehn Sekunden Inkrement pro Zug. Ein Sieg wird mit zwei Punkten, ein Remis mit einem Punkt bewertet. Anschließend folgt das Blitzturnier, bei dem die zehn Teilnehmer ein doppeltes Rundenturnier absolvieren. Dort beträgt die Bedenkzeit lediglich fünf Minuten zuzüglich zwei Sekunden Inkrement. Im Blitz zählt ein Sieg einen Punkt, ein Remis einen halben Zähler. Für die Gesamtwertung werden die Ergebnisse beider Wettbewerbe addiert, sodass am Ende der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl den Turniersieg erringt.
Auch finanziell zählt das Turnier zu den bedeutendsten Veranstaltungen des Jahres. Sowohl im Schnellschach als auch im Blitz werden Preisgelder von jeweils 200.000 US-Dollar ausgeschüttet. Die Sieger der beiden Wettbewerbe erhalten jeweils 50.000 Dollar, sodass sich für die Spitzenspieler nicht nur wertvolle Grand-Chess-Tour-Punkte, sondern auch attraktive Preisgelder gewinnen lassen.
Nach Zagreb macht die Grand Chess Tour später in diesem Jahr noch in Saint Louis Station, bevor mit dem traditionsreichen Sinquefield Cup und dem Saisonfinale die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt. Das kroatische Turnier dürfte deshalb bereits richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Serie werden. Wer hier wichtige Punkte sammelt, verschafft sich eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die verbleibenden Stationen.
Zum Auftakt kommt es gleich zu mehreren hochklassigen Begegnungen. Praggnanandhaa eröffnet das Turnier gegen Vincent Keymer, während Weltmeister Gukesh auf Maxime Vachier-Lagrave trifft. Abdusattorov bekommt es mit Bogdan-Daniel Deac zu tun, Alireza Firouzja spielt gegen Ivan Šarić und das niederländische Duell zwischen Jorden van Foreest und Anish Giri komplettiert die erste Runde. Schon diese Paarungen verdeutlichen, dass es in Zagreb vom ersten Zug an keine leichten Aufgaben geben wird und jeder halbe Punkt von großer Bedeutung sein kann.
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