Ural State Mining University gewinnt erste Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft
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Editor: Thomas L.
8/17/2026


Ural State Mining University gewinnt erste Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft
Die Ural State Mining University hat in Almaty die erste FIDE-Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft gewonnen. Im Finale setzte sich das russische Team gegen die Saint Louis University durch und sicherte sich nach zwei engen Mannschaftskämpfen mit 5:3 den historischen Premierentitel. Zur Matchwinnerin wurde Leya Garifullina, die als einzige Spielerin im Finale Partien gewinnen konnte.
Sechs Wettkampftage lang hatten Universitätsmannschaften aus verschiedenen Ländern in Almaty um den ersten Titel dieser neu geschaffenen Weltmeisterschaft gekämpft. Am letzten Tag waren nur noch vier Teams im Rennen um die Medaillen. Während Ural und Saint Louis um Gold spielten, trafen die Kazakh National University of Sports und die University of Texas at Dallas im Kampf um Bronze aufeinander.
Ural legt im Finale vor
Der erste Vergleich zwischen Ural State Mining University und Saint Louis University entwickelte sich zu einem ausgesprochen engen Duell. An den ersten drei Brettern gab es jeweils eine Punkteteilung. Arseniy Nesterov und Aryan Chopra trennten sich ebenso remis wie Rudik Makarian und Bharath Subramaniyam sowie Sergei Lobanov und Nikolozi Kacharava.
Die Entscheidung fiel damit am vierten Brett. Dort traf IM Leya Garifullina auf WGM Thalia Cervantes Landeiro. Garifullina behielt die Oberhand und verschaffte ihrer Universität mit dem 2,5:1,5-Erfolg einen wichtigen Vorsprung für den zweiten Mannschaftskampf.
Damit war die Entscheidung allerdings noch lange nicht gefallen. Saint Louis musste im Rückkampf gewinnen, um den Titelkampf auszugleichen. Und tatsächlich wiederholte sich das Bild des ersten Matches beinahe exakt. Wieder endeten die Partien an den ersten drei Brettern remis. Wieder lag die Entscheidung auf dem vierten Brett.
Erneut hieß das Duell Garifullina gegen Cervantes Landeiro. Und erneut setzte sich die Spielerin der Ural State Mining University durch. Mit ihrem zweiten Sieg im Finale sorgte Garifullina für den entscheidenden Mannschaftspunkt und machte den zweiten 2,5:1,5-Erfolg perfekt. Ural gewann damit beide Begegnungen und sicherte sich mit insgesamt 5:3 den Titel.
Garifullina entscheidet alles
Für Garifullina war das Finale damit eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. In den insgesamt acht Partien der beiden Finalbegegnungen war sie die einzige Spielerin, die überhaupt einen Sieg verbuchen konnte. Beide Male gelang ihr der entscheidende Punkt am vierten Brett.
Der Erfolg zeigt zugleich, wie wichtig die Tiefe einer Mannschaft in einem Mannschaftswettbewerb sein kann. Während die Spitzenspieler auf den ersten drei Brettern ihre Partien jeweils ausglichen, wurde der Titel letztlich durch das vierte Brett entschieden. Garifullina hielt dem Druck zweimal stand und wurde damit zur entscheidenden Spielerin der ersten Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft.
Auch Arseniy Nesterov zeigte sich nach dem Titelgewinn entsprechend erleichtert. Der Großmeister betonte, wie knapp der Wettbewerb insbesondere in der K.-o.-Phase gewesen sei. Für ihn sei der Titel deshalb ein großer Erfolg. Gleichzeitig hob Nesterov die Unterstützung seiner Universität hervor, die es ihm ermögliche, Studium und professionelles Schach miteinander zu verbinden.
Gerade dieser Aspekt macht die neue Weltmeisterschaft interessant. Für viele Teilnehmer geht es nicht nur um Schach auf höchstem Niveau, sondern auch um die Frage, wie sich Leistungssport und akademische Ausbildung miteinander vereinbaren lassen. Nesterov berichtete, dass seine Universität ihm die Teilnahme an Turnieren ermögliche, ohne dass dadurch Probleme mit Studium oder Professoren entstehen.
Saint Louis mit starkem Turnier
Auch die Saint Louis University darf mit ihrem zweiten Platz zufrieden sein. Die amerikanische Mannschaft musste sich im Finale zweimal knapp geschlagen geben, hatte zuvor aber einen starken Turnierverlauf gezeigt und stand am Ende verdient im Kampf um Gold.
Bharath Subramaniyam hob nach dem Wettbewerb vor allem den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft hervor. Für ihn sei es besonders schön gewesen, gemeinsam mit seinen Teamkollegen Zeit zu verbringen, sich gegenseitig zu unterstützen und als Mannschaft aufzutreten. Damit beschrieb er einen Aspekt, der bei Universitätswettbewerben mindestens ebenso wichtig ist wie das Ergebnis am Brett.
Gastgeber gewinnen Bronze
Noch dramatischer verlief der Kampf um die Bronzemedaille. Die Kazakh National University of Sports und die University of Texas at Dallas gingen ebenfalls über zwei Mannschaftskämpfe. Im ersten Vergleich gewann UT Dallas mit 2,5:1,5. Im Rückkampf drehte KNUS den Spieß um und gewann ebenfalls 2,5:1,5. Nach zwei Begegnungen stand es damit insgesamt 4:4.
Es musste ein Stichkampf entscheiden. Doch auch dort gab es zunächst keinen Sieger. KNUS und UT Dallas trennten sich 2:2, sodass die Bronzemedaille in einer einzigen Entscheidungspartie zwischen den Spitzenbrettern ausgespielt wurde.
Dort übernahm Kazybek Nogerbek die Verantwortung für die Gastgeber. Der Großmeister besiegte Aditya Samant und sicherte KNUS damit den dritten Platz. Für die kasachische Mannschaft war die Medaille vor heimischem Publikum ein besonderer Erfolg. Nogerbek hatte bereits vor der Entscheidung betont, wie wichtig ein Podiumsplatz für sein Team und das heimische Publikum sei.
Schach und Studium auf einer Bühne
Die erste Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung von Hochschulsport und Schach steckt. Universitäten aus verschiedenen Ländern brachten junge Spitzenspieler zusammen, die nicht nur um einen internationalen Titel kämpften, sondern gleichzeitig ihre akademische Ausbildung fortsetzen.
Gerade für Spieler wie Nesterov ist diese Kombination von großer Bedeutung. Der russische Großmeister kann professionelles Schach betreiben und gleichzeitig studieren, weil seine Universität entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen hat. Auch Koustav Chatterjee von der University of Texas at Dallas sprach über die Herausforderung, Studium und Leistungsschach miteinander zu verbinden.
Chatterjee nannte dabei eine Fähigkeit, die Schach auch außerhalb des Turniersaals vermittelt: den Umgang mit Zeit und Druck. Im Schach sei die verfügbare Zeit begrenzt, gleichzeitig stehe man ständig vor Entscheidungen. Diese Erfahrung könne helfen, auch in anderen Lebensbereichen unter Druck ruhig zu bleiben.
Ein gelungener Auftakt
Mit der Ural State Mining University steht nun der erste Sieger in den Geschichtsbüchern. Saint Louis University gewann Silber, die Kazakh National University of Sports sicherte sich Bronze. Die University of Texas at Dallas musste sich nach dem dramatischen Stichkampf mit dem vierten Platz begnügen.
Die Premiere in Almaty endete anschließend mit einer offiziellen Abschluss- und Siegerehrung. Vertreter der Stadt Almaty, der FIDE und des kasachischen Schachverbands würdigten die ersten Medaillengewinner, bevor Ural State Mining University den Siegerpokal und die Goldmedaillen erhielt.
Für den Universitäts-Schachsport ist der Wettbewerb ein wichtiger Schritt. Die Premiere hat gezeigt, dass Hochschulteams über eine große sportliche Qualität verfügen und gleichzeitig eine Plattform bieten können, auf der junge Spieler Studium und Spitzenschach miteinander verbinden. Dass der erste Titel erst nach zwei knappen Mannschaftskämpfen vergeben wurde, passte dabei perfekt zu einer Premiere, die bis zum letzten Brett spannend blieb.
Am Ende hatte Ural die entscheidende Trumpfkarte: Leya Garifullina. Mit zwei Siegen im Finale machte sie aus einem ausgeglichenen Duell einen historischen Triumph und sorgte dafür, dass die Ural State Mining University als erste Universität überhaupt den Weltmeistertitel im Mannschaftsschach feiern durfte.
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