Super Rapid & Blitz Croatia 2026: Firouzja rettet den Turniersieg trotz turbulenter Schlussphase

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Editor: Leyla K.

7/7/2026

Super Rapid & Blitz Croatia 2026: Firouzja rettet den Turniersieg trotz turbulenter Schlussphase

Alireza Firouzja hat das Super Rapid & Blitz Croatia 2026 gewonnen. Der Franzose verteidigte am letzten Wettkampftag seine Führung und sicherte sich den Gesamtsieg der dritten Station der Grand Chess Tour. Dabei verlief der Finaltag alles andere als souverän. Mehrere Niederlagen im Blitzturnier ließen die Konkurrenz noch einmal herankommen, doch Firouzja bewahrte in den entscheidenden Momenten die Nerven und brachte seinen Vorsprung über die Ziellinie.

Nach vier intensiven Turniertagen hatte sich Firouzja eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Vor allem seine starke Vorstellung im Schnellschach sowie ein nahezu perfekter Start in den Blitzwettbewerb hatten ihm ein komfortables Polster verschafft. Am letzten Turniertag schien zunächst alles auf einen ungefährdeten Erfolg hinauszulaufen. Doch im Blitzschach können sich Partien innerhalb weniger Sekunden drehen – und genau das bekam auch der Turnierführer zu spüren.

Während Firouzja mehrfach Federn ließ, witterten seine Verfolger ihre Chance. Besonders Weltmeister Gukesh Dommaraju präsentierte sich in bestechender Form. Der junge Inder spielte einen starken Schlusstag und arbeitete sich mit mehreren Siegen kontinuierlich an die Spitze heran. Nachdem Gukesh bereits in den vergangenen Monaten mehrfach seine Klasse im Schnellschach unter Beweis gestellt hatte, zeigte er nun auch im Blitz eine bemerkenswerte Konstanz. Bis kurz vor Schluss blieb die Hoffnung auf einen Turniersieg bestehen.

Auch Wesley So mischte lange im Kampf um die Spitzenplätze mit. Der US-amerikanische Großmeister gehört seit Jahren zu den stärksten Schnell- und Blitzspielern der Welt und bestätigte diesen Ruf erneut. Mit einer Reihe präziser Vorstellungen hielt er den Druck auf Firouzja aufrecht und sicherte sich schließlich einen Platz auf dem Podium.

Für Firouzja entwickelte sich der Schlusstag dagegen zu einer echten Geduldsprobe. Mehrfach geriet er in schwierige Stellungen und musste Niederlagen hinnehmen, die seinen Vorsprung Stück für Stück schmelzen ließen. Was den Franzosen jedoch auszeichnete, war seine Fähigkeit, Rückschläge sofort abzuhaken. Statt sich von den verlorenen Partien aus der Ruhe bringen zu lassen, konzentrierte er sich auf die nächsten Begegnungen und sammelte genau die Punkte, die letztlich zum Gesamtsieg ausreichten.

Diese mentale Stärke gehört seit Jahren zu den größten Qualitäten des 23-Jährigen. Firouzja spielt kompromisslos auf Gewinn und nimmt dabei bewusst Risiken in Kauf. Gerade im Blitzschach führt dieser Stil zwar gelegentlich zu schmerzhaften Niederlagen, gleichzeitig ermöglicht er aber auch beeindruckende Siegesserien. In Zagreb zeigte sich dieses Muster besonders deutlich. Selbst an einem Tag, an dem längst nicht alles nach Plan verlief, gelang es ihm, die Kontrolle über das Turnier zu behalten.

Hinter dem Sieger fiel die Entscheidung um die weiteren Spitzenplätze ebenfalls erst in den letzten Runden. Gukesh belohnte seine starke Aufholjagd mit Rang zwei und sammelte wichtige Punkte für die Gesamtwertung der Grand Chess Tour. Wesley So komplettierte das Podium, während sich auch Maxime Vachier-Lagrave und Anish Giri mit starken Schlussleistungen noch im Vorderfeld platzieren konnten.

Für Vincent Keymer verlief das Turnier wechselhaft. Der deutsche Spitzengroßmeister zeigte immer wieder sein enormes Potenzial und hielt gegen die Weltelite gut mit, konnte seine Chancen jedoch nicht durchgehend nutzen. Besonders in den Blitzpartien verhinderten einige unglückliche Niederlagen eine bessere Platzierung. Dennoch sammelte Keymer wertvolle Erfahrungen gegen die absolute Weltspitze und bestätigte erneut, dass er inzwischen zum festen Kreis der stärksten Spieler der Grand Chess Tour gehört.

Einen gemischten Eindruck hinterließ auch Nodirbek Abdusattorov. Der Usbeke startete stark in das Turnier, verlor im weiteren Verlauf jedoch etwas an Konstanz. Dennoch unterstrich er einmal mehr, dass er sowohl im Schnell- als auch im Blitzschach jederzeit in der Lage ist, jeden Gegner zu schlagen.

Mit seinem Erfolg in Zagreb verschafft sich Firouzja eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den weiteren Verlauf der Grand Chess Tour. Nach den bisherigen Stationen zählt der Franzose erneut zu den heißesten Kandidaten auf den Gesamtsieg der prestigeträchtigen Turnierserie. Gleichzeitig hat das Turnier gezeigt, wie eng die Weltspitze inzwischen zusammengerückt ist. Zwischen Sieg und Niederlage liegen im Schnell- und Blitzschach oft nur wenige Sekunden oder ein einziger ungenauer Zug.

Das Super Rapid & Blitz Croatia bot über fünf Tage hinweg Schach auf höchstem Niveau. Spektakuläre Angriffe, dramatische Zeitnotduelle und zahlreiche Überraschungen sorgten für beste Unterhaltung. Am Ende setzte sich mit Alireza Firouzja der Spieler durch, der über die gesamte Turnierdistanz die größte Konstanz zeigte – auch wenn er am Schlusstag noch einmal gehörig zittern musste. Gerade diese Mischung aus spielerischer Klasse und mentaler Widerstandsfähigkeit machte den Franzosen zu einem verdienten Sieger eines hochklassig besetzten Turniers.

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