Schach bekommt eine eigene Adresse im Internet: FIDE beantragt die Domain .chess

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Editor: Leyla K.

9/3/2026

Quelle: FIDE & World Chess

Schach bekommt eine eigene Adresse im Internet: FIDE beantragt die Domain .chess

Gemeinsam mit World Chess will die FIDE dem Schach eine eigene Top-Level-Domain geben. Der Antrag für „.chess“ wurde bei ICANN eingereicht. Damit könnten künftig Verbände, Vereine, Turniere und Spieler unter einer gemeinsamen Internet-Endung auftreten.

Schach soll künftig nicht nur auf dem Brett, sondern auch im Internet eine eigene Heimat bekommen. Die FIDE und World Chess haben am 1. September bekanntgegeben, dass sie bei der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) einen Antrag für die neue Top-Level-Domain „.chess“ eingereicht haben. Sollte der Antrag genehmigt werden, könnte die neue Domain künftig von Organisationen und Personen aus der Schachwelt genutzt werden.

Der Vorstoß erfolgt im Rahmen des ersten Bewerbungsfensters für neue Top-Level-Domains seit mehr als einem Jahrzehnt. Die aktuelle Bewerbungsrunde von ICANN bietet damit erstmals seit 2012 die Möglichkeit, eine eigene Internet-Endung für das Schachspiel zu etablieren. Die Bewerbung wurde als sogenannte Community-Anwendung eingereicht. Dieser Status kann im weiteren Verfahren von Bedeutung sein, falls es mehrere Bewerbungen für dieselbe Domain geben sollte.

Eine gemeinsame digitale Heimat

Bislang ist die Schachwelt im Internet auf zahlreiche unterschiedliche Domain-Endungen verteilt. Webseiten von Verbänden, Vereinen, Turnieren, Spielern und Schachplattformen nutzen beispielsweise „.com“, „.org“ oder die jeweiligen Länderendungen. Eine einheitliche Adresse, die unmittelbar auf Schach verweist, gibt es dagegen bislang nicht.

Genau hier soll „.chess“ ansetzen. Eine solche Domain könnte bereits anhand der Internetadresse deutlich machen, dass eine Webseite zum Schachsport gehört. Nationale Verbände könnten ebenso eine entsprechende Adresse erhalten wie Vereine, Schachakademien, Turnierveranstalter oder einzelne Spieler.

Nach den Vorstellungen von FIDE und World Chess soll die neue Domain dabei nicht nur als Marketinginstrument dienen. Sie soll auch dazu beitragen, eine besser erkennbare und vertrauenswürdigere digitale Infrastruktur für das organisierte Schach aufzubauen. Die Vergabe bestimmter Domains soll mit der FIDE koordiniert werden.

FIDE als institutioneller Partner

Bei dem Projekt arbeiten die FIDE und World Chess eng zusammen. Die FIDE tritt als institutioneller Sponsor der Domain auf und soll sowohl an den Einnahmen beteiligt werden als auch ein Kontingent an Domains erhalten. World Chess finanziert und organisiert den Antrag und würde die neue Endung im Falle einer Genehmigung im Auftrag der FIDE betreiben.

Für die FIDE ist das Projekt Teil ihrer Bestrebungen, die digitale Infrastruktur des Schachs weiterzuentwickeln. Der Weltschachverband vertritt mehr als 200 nationale Verbände und sieht in einer eigenen Domain die Möglichkeit, die weltweit organisierte Schachgemeinschaft auch im Internet stärker miteinander zu verbinden.

„Schach verdient seinen eigenen Platz im Internet“, erklärte der amtierende FIDE-Präsident Viswanathan Anand. Eine eigene Domain könne es Spielern, Eltern und Sponsoren erleichtern, auf den ersten Blick zu erkennen, ob eine Internetseite tatsächlich zum Schach gehört.

Auch World-Chess-Geschäftsführer Ilya Merenzon sieht in „.chess“ einen wichtigen Schritt für die weitere Professionalisierung des Sports. Schach verfüge bereits über praktisch alle Strukturen, die eine globale Sportart auszeichnen – von Ratings und Titeln bis hin zu einem internationalen Dachverband. Was bislang fehle, sei ein eigener digitaler Raum.

Noch keine Registrierung möglich

Bis die ersten „.chess“-Adressen tatsächlich online gehen können, ist allerdings noch Geduld erforderlich. Zunächst muss ICANN über den Antrag entscheiden. Eine Genehmigung ist ausdrücklich nicht garantiert, da das Verfahren mehrere Prüfungen umfasst.

Interessierte können sich bereits jetzt für eine Frühzugangsliste registrieren. Dort sollen Interessenten über den weiteren Verlauf des Projekts und den Beginn der möglichen Registrierungsphase informiert werden. Für nationale Schachverbände soll es im weiteren Verlauf zusätzliche Informationen über die vorgesehenen Domains geben.

Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, könnte sich damit das Erscheinungsbild der Schachwelt im Internet deutlich verändern. Statt einer Vielzahl unterschiedlicher Domain-Endungen könnten künftig Adressen wie etwa der Internetauftritt eines nationalen Verbandes, eines Schachvereins oder eines Großmeisters unmittelbar durch die Endung „.chess“ als Teil der Schachwelt erkennbar sein.

Die Idee ist damit weit mehr als eine neue Internetadresse. Für FIDE und World Chess steht hinter „.chess“ der Versuch, die globale Schachgemeinschaft auch digital unter einem gemeinsamen Dach zu versammeln. Ob daraus tatsächlich eine neue Standardadresse des Schachs wird, entscheidet nun zunächst ICANN.

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