Recap: Javokhir Sindarov triumphiert beim ersten Naroditsky Memorial

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Editor: Thomas L.

7/11/2026

Recap: Javokhir Sindarov triumphiert beim ersten Naroditsky Memorial

Mit dem Daniel Naroditsky Memorial erhielt die internationale Schachszene in Charlotte ein neues Turnier, das weit mehr war als nur ein weiteres hochklassig besetztes Rapid- und Blitzfestival. Die Veranstaltung erinnerte an den viel zu früh verstorbenen US-Großmeister Daniel Naroditsky – Spieler, Trainer, Kommentator und einer der beliebtesten Schachbotschafter der vergangenen Jahre. Dass das Turnier ausgerechnet im Schnell- und Blitzschach ausgetragen wurde, war kein Zufall. Kaum ein anderer Spitzenspieler war so eng mit diesen Formaten verbunden wie „Danya“, dessen Leidenschaft für schnelles und kreatives Schach Millionen von Zuschauern auf Twitch und YouTube begeisterte. Gleichzeitig sammelte das Event Spenden für den Daniel Naroditsky Memorial Fund sowie das Naroditsky Fellowship, ein Förderprogramm für junge Schachtalente.

Das Teilnehmerfeld konnte sich sehen lassen. Mit Hikaru Nakamura, Wesley So, Leinier Domínguez, Javokhir Sindarov, Boris Gelfand, Sam Sevian, Ray Robson, Aravindh Chithambaram und zahlreichen weiteren Großmeistern war das Turnier hochklassig besetzt. Neben etablierten Weltklassespielern erhielten auch junge Talente die Gelegenheit, sich mit den Besten zu messen – ganz im Sinne Naroditskys, der sich zeitlebens für den Schachnachwuchs engagierte.

Den Auftakt bildete das Rapidturnier, in dem sich früh ein spannender Zweikampf zwischen Javokhir Sindarov und Aravindh Chithambaram entwickelte. Beide beendeten die sieben Runden mit sechs Punkten und mussten den Turniersieg schließlich in einem Stichkampf unter sich ausmachen. Dort behielt Sindarov die Nerven und sicherte sich den ersten Titel des Wochenendes. Hinter dem Spitzenduo folgte ein dichtes Verfolgerfeld mit Ray Robson, Ruslan Ponomariov, Andy Woodward und Andrew Hong, die allesamt 5½ Punkte erreichten. Wesley So und Leinier Domínguez mussten sich mit fünf Punkten zufriedengeben, während Hikaru Nakamura nach mehreren ausgelassenen Chancen hinter den Erwartungen zurückblieb.

Doch entschieden war damit noch nichts. Im anschließenden Blitzturnier begann das Rennen um den Gesamtsieg praktisch von vorne. Zehn Spieler qualifizierten sich für das Finalturnier im Rundensystem, in dem jeder gegen jeden antreten musste. Gerade dieses Format versprach spektakuläre Partien und zahlreiche Wendungen – und genau das bekamen die Zuschauer zu sehen.

Sindarov knüpfte nahtlos an seine starke Leistung aus dem Rapidturnier an. Mit präzisem Spiel, hervorragendem Zeitmanagement und beeindruckender Konstanz setzte sich der Usbeke früh an die Spitze des Feldes. Nach neun Runden standen 7½ Punkte auf seinem Konto, womit er sich souverän den Blitztitel und gleichzeitig den Gesamtsieg des ersten Naroditsky Memorial sicherte.

Wesley So präsentierte sich ebenfalls in starker Form und belegte mit sieben Punkten den zweiten Platz. Besonders bemerkenswert war der dritte Rang von Ethan Sheehan. Der junge US-Amerikaner, der als Außenseiter in das Finale gestartet war, erzielte 6½ Punkte und sorgte unter anderem mit einem Sieg gegen Hikaru Nakamura für die Überraschung des Tages. Nakamura selbst kam am Ende lediglich auf fünf Punkte und musste sich mit Rang fünf begnügen – ein Ergebnis, das angesichts seiner Blitzstärke sicherlich hinter den eigenen Erwartungen blieb.

Doch am Ende gerieten die Tabellen beinahe in den Hintergrund. Im Mittelpunkt stand das Andenken an Daniel Naroditsky. Während des gesamten Turniers erinnerten Bilder, Videobeiträge und persönliche Worte von Weggefährten an einen Spieler, der die Schachwelt weit über seine Erfolge am Brett hinaus geprägt hatte. Viele Teilnehmer und Zuschauer beschrieben die Atmosphäre als emotional und zugleich inspirierend – ganz im Sinne eines Menschen, der für seine Offenheit, seine Hilfsbereitschaft und seine Begeisterung für das Schachspiel geschätzt wurde.

Mit der erfolgreichen Premiere hat sich das Naroditsky Memorial sofort einen festen Platz im internationalen Turnierkalender gesichert. Hochklassiges Schnellschach, spannende Blitzduelle und ein würdiger Rahmen für das Gedenken an Daniel Naroditsky verbanden sich zu einer Veranstaltung, die weit mehr war als ein gewöhnliches Schachturnier. Javokhir Sindarov wird als erster Sieger in die Geschichte des Turniers eingehen – der eigentliche Gewinner aber war das Vermächtnis eines Mannes, dessen Leidenschaft für das Schach auch nach seinem Tod Menschen auf der ganzen Welt verbindet.

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