Recap - Dortmund: Elham Amar gewinnt die Sparkassen Chess Trophy - Song Yuxin siegt im Frauenturnier
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Editor: Thomas L.
8/19/2026


Recap - Dortmund: Elham Amar gewinnt die Sparkassen Chess Trophy - Song Yuxin siegt im Frauenturnier
Elham Amar hat die Sparkassen Chess Trophy 2026 in Dortmund gewonnen. Der 21-jährige Norweger ließ sich in der Schlussrunde von seinem ärgsten Verfolger Surya Shekhar Ganguly nicht mehr von der Spitze verdrängen und sicherte sich mit einem Remis den Turniersieg. Gleichzeitig sorgte Amilal Munkhdalai mit einem Sieg gegen Sumiya Chinguun dafür, dass Amar am Ende allein an der Spitze stand. Im internationalen Frauenturnier ging der Titel an Song Yuxin. Die Chinesin hatte bereits vor der letzten Runde einen uneinholbaren Vorsprung herausgespielt.
Amar war mit einem halben Punkt Vorsprung in die neunte und letzte Runde gegangen. Hinter dem Norweger lauerten Ganguly und Chinguun, die beide noch Chancen auf den Gesamtsieg hatten. Die Ausgangslage war damit klar: Amar musste gegen Ganguly bestehen, während Chinguun gegen seinen mongolischen Landsmann Munkhdalai auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters hoffen musste.
Ganguly versuchte mit den schwarzen Steinen alles, um Amar noch einmal unter Druck zu setzen. Der 21-jährige Norweger blieb jedoch ruhig und verteidigte sich präzise. Kurz vor der Zeitkontrolle fand Amar schließlich einen forcierten Weg zur Zugwiederholung. Ganguly blieb keine realistische Möglichkeit, die Partie weiter auf Gewinn zu spielen, und musste das Remis akzeptieren. Damit war Amar der Turniersieg praktisch nicht mehr zu nehmen.
Munkhdalai macht Amar zum Sieger
Ganz sicher konnte Amar allerdings erst sein, als auch die Partie zwischen Chinguun und Munkhdalai entschieden war. Für Chinguun war die Aufgabe klar: Nur ein Sieg konnte ihn noch an die Spitze bringen. Entsprechend kämpferisch entwickelte sich das Duell der beiden mongolischen Internationalen Meister.
In der Najdorf-Variante entstand eine scharfe Stellung. Beide Spieler schoben ihre Bauern in Richtung des gegnerischen Königs und suchten aktiv nach Angriffsmöglichkeiten. Zunächst schien die Partie dynamisch ausgeglichen, ehe Munkhdalai einen taktischen Trick fand und sich damit einen Vorteil verschaffte. Chinguun gelang es zwar, noch einmal ins Spiel zurückzukehren, doch Munkhdalai behielt die Kontrolle.
Im Endspiel setzte sich schließlich die präzisere Spielweise des 19-Jährigen durch. Munkhdalai gewann die Partie und sorgte damit gleichzeitig für den Turniersieg Amars. Mit sieben Punkten aus neun Runden lag Amar am Ende einen halben Punkt vor einer großen Verfolgergruppe.
Munkhdalai selbst durfte sich über einen hervorragenden zweiten Platz freuen. Mit sieben Punkten hatte er gemeinsam mit mehreren anderen Spielern die gleiche Punktzahl wie Ganguly, Kollars und Peter Acs, verfügte aber über die beste Feinwertung dieser Gruppe. Rang drei ging an den polnischen Großmeister Kacper Piorun, während Ganguly Vierter wurde. Dmitrij Kollars komplettierte als bester deutscher Spieler die Top fünf.
Für Kollars war der Schlusstag ein versöhnlicher Abschluss. Der deutsche Großmeister besiegte in der letzten Runde Ganzorig Amartuvshin und kam damit auf sieben Punkte. Nach einem wechselhaften Turnierverlauf konnte er sich mit zwei Siegen zum Ende noch in die Spitzengruppe schieben.
Blübaum und Svane mit 6,5 Punkten
Auch Matthias Blübaum und Rasmus Svane beendeten das Turnier mit 6,5 Punkten. Blübaum, der als Nummer eins der Setzliste angetreten war, musste sich allerdings mit einer Platzierung außerhalb der unmittelbaren Spitzengruppe begnügen. Eine Niederlage sowie zwei Remis in den Runden zuvor hatten den Deutschen entscheidende Punkte gekostet.
In der Schlussrunde konnte Blübaum immerhin noch einen Sieg verbuchen. Gegen Bat-Erdene Mungunzuul setzte er sich mit den weißen Steinen durch. Die Mongolin hatte zuvor selbst ein starkes Turnier gespielt und gewann als beste Frau im A-Open einen Sonderpreis. Mit sechs Punkten belegte sie am Ende Rang 24.
Svane blieb während des gesamten Turniers ungeschlagen und kam ebenfalls auf 6,5 Punkte. Allerdings teilte der deutsche Großmeister zu häufig den Punkt, um in den Kampf um den Turniersieg eingreifen zu können. In der letzten Runde gelang ihm noch einmal ein voller Punkt gegen das deutsche Talent Hussain Besou.
Eine starke Vorstellung zeigte außerdem Mykola Korchynskyi. Der 19-jährige U16-Europameister von 2025 kam auf sechs Punkte und spielte unter anderem gegen Andrew Hong siegreich. Gegen Blübaum und Aksel Bu Kvaloy erreichte er jeweils ein Remis. In der Schlussrunde musste Korchynskyi gegen Kacper Piorun allerdings eine Niederlage hinnehmen und verpasste damit seine erste Großmeisternorm.
Normen für Poh und Xie
Neben dem Kampf um den Turniersieg ging es in Dortmund auch um wichtige Normen. Yu Tian Poh aus Malaysia und Felix Xie aus Neuseeland sicherten sich in der letzten Runde jeweils eine Großmeisternorm. Beide benötigten dafür lediglich ein Remis.
Während Poh seine Partie gegen Max Hess vergleichsweise schnell remisierte, musste Xie lange um den nötigen halben Punkt kämpfen. Gegen Aksel Bu Kvaloy stand der Neuseeländer im Endspiel zeitweise sogar auf Verlust. Der Norweger konnte seinen Vorteil jedoch nicht verwerten, sodass Xie am Ende die entscheidende Punkteteilung erreichte.
Damit bot das A-Open in Dortmund nicht nur einen spannenden Kampf um den Turniersieg, sondern auch zahlreiche Geschichten aus der zweiten Reihe. Insgesamt gingen 208 Spieler an den Start, darunter zahlreiche Großmeister, Nachwuchsspieler und internationale Titelträger.
Song Yuxin dominiert das Frauenturnier
Im internationalen Frauenturnier war die Entscheidung bereits vor der letzten Runde gefallen. Song Yuxin hatte sich nach einem Fehlstart eindrucksvoll zurückgekämpft und den Wettbewerb schließlich mit deutlichem Vorsprung gewonnen.
Die Chinesin verlor zunächst ihre Auftaktpartie und fand sich damit überraschend am Tabellenende wieder. Danach folgte jedoch eine beeindruckende Serie. Song gewann drei Partien in Folge und arbeitete sich damit Schritt für Schritt an die Spitze. Bereits vor der letzten Runde stand fest, dass sie nicht mehr eingeholt werden konnte.
Für Song war Dortmund damit der nächste Erfolg in einer bemerkenswerten Turnierwoche. Zuvor hatte sie bereits das Blitz-Tie-Break beim Wettbewerb „Spielmacherinnen auf dem Schachbrett“ im Deutschen Fußballmuseum gewonnen. Dort setzte sie sich knapp gegen Nataliya Buksa durch. Im klassischen Frauenturnier setzte die Chinesin ihren Lauf anschließend fort.
In der sechsten und letzten Runde traf Song auf Dinara Wagner. Da der Turniersieg bereits feststand, entwickelte sich eine eher ruhige Partie. Die Spielerinnen tauschten zahlreiche Figuren ab und erreichten ein vollkommen ausgeglichenes Endspiel. Nach einer dreimaligen Stellungswiederholung war das Remis besiegelt. Song beendete das Turnier damit mit 3,5 Punkten aus fünf gewerteten Partien und einem Punkt Vorsprung.
Kulon gewinnt den Kampf um Platz zwei
Spannender war der Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Klaudia Kulon traf in der letzten Runde auf Nataliya Buksa und benötigte einen Sieg, um sich den alleinigen zweiten Platz zu sichern.
Kulon eröffnete mit 1.c4, worauf sich eine Katalanische Struktur entwickelte. Die Polin übte zunächst Druck auf dem Damenflügel aus. Nach einem Fehler von Buksa konnte Kulon die Stellung günstig in ein Endspiel mit einem Mehrbauern überführen. Dort ließ sie ihrer Gegnerin keine Möglichkeiten mehr und verwertete den Vorteil sicher.
Mit drei Punkten aus sechs Partien sicherte sich Kulon damit den alleinigen zweiten Platz. Der Sprung an die Spitze war allerdings nicht mehr möglich, da sie beide direkten Duelle gegen Song Yuxin verloren hatte. Buksa musste sich nach ihrer Niederlage mit dem dritten Platz begnügen.
Ein gelungenes Schachfest in Dortmund
Die Sparkassen Chess Trophy 2026 bot damit über mehrere Tage hochklassiges Schach und spannende Entscheidungen bis zur letzten Runde. Im A-Open setzte sich mit Elham Amar ein junger norwegischer Großmeister durch, der seinen Titel mit einer kontrollierten Schlussrunde absicherte. Dahinter sorgten Munkhdalai, Piorun, Ganguly und Kollars für eine dicht gedrängte Spitzengruppe.
Besonders bemerkenswert war dabei die Mischung aus etablierten Großmeistern und aufstrebenden Talenten. Spieler wie Munkhdalai und Korchynskyi konnten in Dortmund wichtige Erfahrungen sammeln und sich gegen deutlich höher eingestufte Gegner behaupten. Gleichzeitig nutzten Poh und Xie die Bühne für ihre Großmeisternormen.
Im Frauenturnier gehörte die große Geschichte Song Yuxin. Nach der Niederlage zum Auftakt schien ein Erfolg zunächst weit entfernt. Doch die Chinesin zeigte anschließend eine beeindruckende Reaktion, gewann drei Partien hintereinander und machte den Turniersieg bereits vor der Schlussrunde perfekt.
Dortmund hat damit erneut gezeigt, welchen Reiz ein großes offenes Schachturnier ausüben kann. Weltklassespieler, internationale Nachwuchstalente und ambitionierte Vereinsspieler treffen aufeinander und kämpfen um Punkte, Normen und Titel. Am Ende standen mit Elham Amar und Song Yuxin zwei verdiente Sieger fest – und für zahlreiche andere Teilnehmer blieb die Gewissheit, in Dortmund wichtige Schritte in ihrer eigenen Schachkarriere gemacht zu haben.
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