Madaminov krönt sein Märchen: Überraschungssieg beim UzChess Cup 2026
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Editor: Thomas L.
6/16/2026


Madaminov krönt sein Märchen: Überraschungssieg beim UzChess Cup 2026
Der UzChess Cup 2026 hat einmal mehr bewiesen, warum das Turnier in Taschkent inzwischen zu den wichtigsten Schachveranstaltungen Asiens zählt. In einem hochklassig besetzten Teilnehmerfeld mit zahlreichen Weltklassespielern sorgte am Ende jedoch kein etablierter Superstar für die Schlagzeilen, sondern ein 19-jähriger Lokalmatador: Mukhiddin Madaminov gewann das Masters-Turnier nach einem dramatischen Finale im Stichkampf gegen seinen Landsmann Shamsiddin Vokhidov.
Für Madaminov ist es der bislang größte Erfolg seiner Karriere. Besonders bemerkenswert: Der Usbeke war mit einer Elozahl von 2586 der nominell schwächste Teilnehmer des Turniers und rückte erst kurzfristig für Javokhir Sindarov ins Feld nach. Dass er wenige Tage später den Siegerpokal in die Höhe stemmen würde, hatte vor Turnierbeginn kaum jemand erwartet.
Dabei begann das Turnier bereits mit einem Ausrufezeichen. Gleich in der ersten Runde gelang Madaminov ein Sieg gegen Ian Nepomniachtchi, den ehemaligen WM-Herausforderer und Turnierfavoriten. Dieser Erfolg verlieh dem jungen Usbeken sichtbar Selbstvertrauen und bildete die Grundlage für einen beeindruckenden Turnierverlauf.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein spannendes Rennen um die Tabellenspitze. Nach sechs Runden führte Shamsiddin Vokhidov zunächst das Feld an, ehe Madaminov durch einen starken Sieg gegen Vidit Gujrathi aufschließen konnte. Die Partie gegen den indischen Großmeister gehörte zu den Höhepunkten des Turniers und zeigte eindrucksvoll, dass Madaminov nicht nur solide verteidigen, sondern auch taktisch kompromisslos zuschlagen kann. Fortan lagen die beiden Usbeken gemeinsam an der Spitze.
Die Schlussrunde brachte schließlich maximale Spannung. Während Vokhidov gegen Nodirbek Abdusattorov remisierte, verpasste Madaminov die Chance auf den direkten Turniersieg. Gegen Hans Niemann erspielte er sich eine Gewinnstellung und einen Mehrbauern, konnte den Vorteil jedoch nicht verwerten. Das Remis bedeutete Punktgleichheit an der Spitze und machte einen Stichkampf notwendig.
Im anschließenden Blitz-Tiebreak zeigte Madaminov dann seine ganze Klasse. Er gewann beide Partien gegen Vokhidov und sicherte sich damit den Gesamtsieg ohne weitere Diskussionen. Ausgerechnet der jüngste und am niedrigsten gesetzte Teilnehmer setzte sich gegen ein Feld durch, das unter anderem mit Nepomniachtchi, Arjun Erigaisi, Shakhriyar Mamedyarov, Hans Niemann, Nodirbek Abdusattorov und Vidit Gujrathi besetzt war.
Die Abschlusstabelle verdeutlicht, wie eng das Rennen verlief. Madaminov und Vokhidov beendeten das Turnier mit jeweils 5,5 Punkten aus neun Partien. Nur einen halben Punkt dahinter folgte ein Trio aus Ian Nepomniachtchi, Shakhriyar Mamedyarov und Arjun Erigaisi mit jeweils fünf Punkten. Abdusattorov kam auf 4,5 Zähler, während Niemann und Yakubboev bei vier Punkten landeten. Für Vidit Gujrathi verlief das Turnier dagegen enttäuschend; der Inder musste sich mit dem vorletzten Platz begnügen.
Neben dem sportlichen Erfolg eines Einzelnen unterstrich der UzChess Cup 2026 vor allem die enorme Stärke des usbekischen Schachs. Seit dem Olympiasieg 2022 hat sich das Land zu einer echten Großmacht entwickelt. Mit Abdusattorov, Sindarov, Yakubboev, Vokhidov und nun auch Madaminov verfügt Usbekistan über eine bemerkenswerte Generation junger Spitzenspieler, die zunehmend auch die internationale Elite herausfordert.
Der Sieg von Mukhiddin Madaminov könnte dabei mehr sein als nur eine Überraschung. Er könnte sich rückblickend als der Moment erweisen, in dem ein weiterer usbekischer Großmeister endgültig auf der Weltbühne angekommen ist.
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