Jakhongir Vakhidov gewinnt das 32. Abu Dhabi Masters – Avirat Chauhan erfüllt IM-Norm
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Editor: Thomas L.
8/27/2026


Jakhongir Vakhidov gewinnt das 32. Abu Dhabi Masters – Avirat Chauhan erfüllt IM-Norm
Abu Dhabi. Jakhongir Vakhidov hat das 32. Abu Dhabi Masters gewonnen. Der usbekische Großmeister blieb im neuntägigen Turnier ungeschlagen und kam auf 7 Punkte aus neun Partien. Im entscheidenden Duell der Schlussrunde genügte Vakhidov ein Remis gegen den höher eingestuften Aleksandr Rakhmanov, um sich den alleinigen Turniersieg zu sichern. Hinter ihm wurde es dagegen ausgesprochen eng: Fünf Spieler kamen auf jeweils 6,5 Punkte. Daniil Dubov belegte aufgrund der besseren Wertung den zweiten Platz, Rakhmanov wurde Dritter.
Der Sieg Vakhidovs ist besonders bemerkenswert, weil das Abu Dhabi Masters traditionell zu den stärksten offenen Turnieren der Region zählt und auch in diesem Jahr ein hochklassiges Feld zusammenbrachte. Angeführt wurde die Setzliste von Daniil Dubov, während unter anderem Iniyan Panneerselvam, Pranav Anand, Rakhmanov und zahlreiche weitere Großmeister um den Turniersieg kämpften. Schon nach den ersten Runden zeichnete sich ab, dass sich die Entscheidung nicht frühzeitig absetzen würde. Iniyan erwischte zunächst mit drei Siegen aus drei Partien einen perfekten Start, ehe sich das Spitzenfeld zunehmend zusammenschob.
Vakhidov hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht für die ganz großen Schlagzeilen gesorgt. Doch der Usbeke arbeitete sich Runde für Runde nach vorne und hielt sich auch in den entscheidenden Partien schadlos. Vor der letzten Runde lag er mit 6,5 Punkten allein an der Spitze. Hinter ihm lauerten mehrere Verfolger, darunter Rakhmanov und Dubov. Damit war klar: Ein Sieg würde den Titel endgültig absichern, ein Remis konnte ebenfalls reichen, sofern die unmittelbare Konkurrenz nicht gleichzeitig gewann.
Am Spitzenbrett kam es schließlich zum direkten Duell zwischen Vakhidov und Rakhmanov. Vakhidov hatte Weiß und damit die Möglichkeit, die Partie aktiv zu gestalten, musste aber kein unnötiges Risiko eingehen. Die Partie endete nach einem ausgeglichenen Verlauf mit einem Remis. Damit stand der Turniersieg fest. Vakhidov beendete das Turnier mit 7 Punkten und blieb als einziger Spieler des gesamten Feldes ohne Niederlage.
Hinter dem Champion wurde die Rangliste von einem halben Punkt getrennt. Daniil Dubov kam ebenfalls auf 6,5 Punkte und sicherte sich mit den besseren Wertungskriterien den zweiten Platz. Der russische Großmeister war als Nummer eins der Setzliste nach Abu Dhabi gereist und bestätigte seine Position mit einer starken Vorstellung. Im letzten Spiel teilte er den Punkt mit Daniyal Sapenov. Auch Rakhmanov musste sich mit einem halben Punkt begnügen und landete hinter Dubov auf Rang drei.
Für die indischen Teilnehmer gab es ebenfalls Grund zur Freude. Pranav Anand spielte ein starkes Turnier und kam auf 6,5 Punkte. In der Schlussrunde traf er mit den schwarzen Steinen auf Ivan Zemlyanskii. Die Partie endete remis, womit Pranav in der Endabrechnung den fünften Platz belegte. Der junge Inder gehörte damit erneut zu den erfolgreichsten Spielern eines großen internationalen Open-Turniers.
Noch mehr Aufmerksamkeit verdiente allerdings die Leistung von Avirat Chauhan. Der junge Inder spielte in Abu Dhabi ein Turnier, das für seine weitere Entwicklung von großer Bedeutung sein dürfte. Chauhan erzielte 5,5 Punkte aus neun Partien und kam dabei auf eine Performance von 2527 Elo. Damit erfüllte er die Voraussetzungen für seine erste IM-Norm. Besonders beeindruckend ist die Zusammensetzung seines Turniers: Chauhan spielte sämtliche neun Partien gegen Internationale Meister und gewann vier dieser Begegnungen. Drei weitere Partien endeten remis.
Für Chauhan war Abu Dhabi damit nicht nur sportlich, sondern auch in der persönlichen Entwicklung ein großer Schritt. Seine Leistung brachte ihm einen enormen Ratingzuwachs von 54,8 Punkten. In der Live-Rangliste stieg seine Elozahl damit auf 2356. Der Auftritt zeigt zugleich, wie gut sich die jungen indischen Spieler mittlerweile auf der internationalen Bühne behaupten. Bereits während des Turniers hatte Chauhan mit Siegen gegen erfahrene Gegner auf sich aufmerksam gemacht. In der achten Runde bezwang er beispielsweise den höher eingestuften Viani Antonio Dcunha in einer langen und wechselhaften Partie.
Auch andere junge Spieler konnten in Abu Dhabi wichtige Erfahrungen sammeln. FM Advik Amit Agrawal kam auf 5 Punkte und erzielte in der Schlussrunde gegen IM Urazayev Arystanbek ein Remis. FM Aarit Kapil beendete das Turnier mit 4 Punkten. Gerade die große Zahl indischer Talente machte das Masters zu einem interessanten Gradmesser für die nächste Generation des indischen Schachs.
Der Weg zum Titel war für Vakhidov allerdings keineswegs ein Selbstläufer. Nach acht Runden hatte sich ein ungewöhnlich dichtes Spitzenfeld gebildet. Vakhidov lag mit 6,5 Punkten an der Spitze, dahinter folgten Rakhmanov, Dubov, Sapenov und Pranav Anand mit jeweils 6 Punkten. Selbst Spieler mit 5,5 Punkten hatten vor der letzten Runde noch Chancen auf einen Platz ganz oben. Entsprechend groß war die Spannung vor dem abschließenden Spieltag.
Am Ende setzte sich die Konstanz durch. Vakhidov gewann nicht unbedingt mit spektakulären Einzelresultaten, sondern durch eine Serie von Partien, in denen er keine Niederlage zuließ und die entscheidenden Chancen konsequent nutzte. Genau diese Stabilität erwies sich im dichten Feld als entscheidender Vorteil. Mit 7 Punkten aus neun Partien lag er schließlich einen halben Punkt vor der großen Verfolgergruppe.
Das 32. Abu Dhabi Masters endet damit mit einem verdienten Sieger und gleich mehreren Geschichten, die über die reine Turniertabelle hinausreichen. Vakhidov darf sich über einen prestigeträchtigen Turniersieg freuen, Dubov und Rakhmanov bestätigten ihre Klasse, und Pranav Anand setzte sich erneut in einem starken internationalen Feld durch. Für Avirat Chauhan aber könnte Abu Dhabi der Beginn eines neuen Kapitels sein: Seine erste IM-Norm und ein Ratinggewinn von fast 55 Punkten sind ein deutliches Signal, dass mit dem jungen Inder künftig zu rechnen ist.
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