GothamChess wird Head of Chess bei BASILISK
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Editor: Toni G.
8/30/2026


GothamChess wird Head of Chess bei BASILISK
Levy Rozman verstärkt die E-Sport-Organisation – gemeinsam mit Vincent Keymer und Anish Giri soll eine neue Ära für Schach-Content entstehen
Die Verbindung zwischen Schach und E-Sport wird um ein prominentes Kapitel erweitert. Levy Rozman, besser bekannt unter seinem Namen GothamChess, wird künftig als Head of Chess für die E-Sport-Organisation BASILISKarbeiten. Der 31-jährige US-Amerikaner übernimmt dabei ausdrücklich keine Rolle als Wettkampfspieler. Stattdessen soll er die Schachstrategie der Organisation aufbauen, neue Inhalte entwickeln und gemeinsam mit den bereits unter Vertrag stehenden Großmeistern Vincent Keymer und Anish Giri die Schachaktivitäten von BASILISK langfristig prägen.
Für BASILISK ist die Verpflichtung ein bemerkenswerter Schritt. Die Organisation versteht sich als „Science's Esports Team“ und verbindet E-Sport mit Wissenschaft, strategischem Denken und anspruchsvollen Spielen. Mit Rozman kommt nun ausgerechnet einer der reichweitenstärksten Schach-Content-Creator der Welt hinzu. Auf YouTube folgen GothamChess rund acht Millionen Menschen, seine Videos wurden nach Angaben von BASILISK bereits mehr als 5,9 Milliarden Mal angesehen.
Vom Großmeister zum Content-Macher
Anders als bei den Verpflichtungen von Keymer und Giri geht es bei Rozman nicht darum, einen weiteren Spitzenspieler für Mannschaftswettbewerbe zu gewinnen. Seine Aufgabe liegt vielmehr darin, das Schachprojekt von BASILISK inhaltlich und strategisch aufzubauen.
Rozman soll eine neue globale Content-Strategie entwickeln und gleichzeitig langfristige Projekte im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich vorantreiben. Dazu gehört auch der Aufbau eines wettbewerbsfähigen Schachkaders. In einem Gespräch mit Chess.com erklärte Rozman, dass er BASILISK unter anderem dabei helfen wolle, das Team aufzustellen, gleichzeitig aber auch Kurz- und Langformate zu produzieren und Schach mit Wissenschaft und Technik zu verbinden.
Damit nimmt Rozman eine Position ein, die innerhalb einer E-Sport-Organisation ungewöhnlich ist. Er steht nicht selbst am Brett, sondern soll die Spieler und ihre Leistungen einem möglichst großen Publikum vermitteln.
„Ich werde nicht spielen“, stellte Rozman entsprechend klar. Seine Aufgabe bestehe darin, die Partien von Keymer und Giri und ihre Erfolge einem breiten Publikum näherzubringen.
Ein Schach-Team mit Weltklasse
Mit der Verpflichtung von Rozman wächst die Schachsparte von BASILISK deutlich. Bereits im Juli hatte die Organisation Anish Giri unter Vertrag genommen. Zuvor war Vincent Keymer zum Team gestoßen. Beide gehören zur absoluten Weltspitze und werden von BASILISK als Top-10-Großmeister geführt.
Giri und Keymer bringen dabei die sportliche Komponente ein, während Rozman für Reichweite, Inhalte und die Verbindung zur Online-Schachwelt steht. Genau diese Kombination macht das Projekt interessant.
BASILISK verfügt damit über eine ungewöhnliche Mischung: zwei Weltklassespieler, die bei internationalen Turnieren um Titel kämpfen, und einen Content-Creator, der Millionen von Menschen erreicht. Für eine E-Sport-Organisation ist das ein Ansatz, der über klassische Teamstrukturen hinausgeht.
„Eine Renaissance der Nerds“
Rozman selbst sieht eine starke Verbindung zwischen seiner bisherigen Arbeit und der Philosophie von BASILISK. Die Organisation richtet sich an Menschen, die sich für Wissenschaft, komplexe Spiele und strategisches Denken interessieren. Neben Schach gehören unter anderem StarCraft II und Magic: The Gathering zum Portfolio.
„Ich träume groß von dem, was wir gemeinsam schaffen werden“, erklärte Rozman und kündigte Schach-Content an, den es in dieser Form bislang noch nicht gegeben habe. BASILISK bezeichnete er als eine Art „Renaissance der Nerds“ – mit dem Ziel, komplexe Spiele und wissenschaftlich geprägte Interessen stärker in den Mainstream zu bringen.
Für BASILISK-Chef Christopher Bothur ist genau diese Fähigkeit einer der Gründe für die Verpflichtung. Rozman könne komplexe und auf den ersten Blick einschüchternde Inhalte verständlich und unterhaltsam vermitteln. Damit passe er perfekt zur Philosophie der Organisation.
Schach soll verständlicher werden
Rozmans Stärke liegt seit Jahren darin, Schach für ein Publikum zugänglich zu machen, das nicht zwangsläufig aus der klassischen Turnierszene kommt. Unter dem Namen GothamChess erklärt er Partien, kommentiert aktuelle Ereignisse und vermittelt Schach mit einer Mischung aus Unterhaltung und verständlicher Analyse.
Diese Fähigkeit soll nun gezielt für BASILISK genutzt werden. Die Organisation möchte nicht nur Spieler unter Vertrag nehmen, sondern rund um ihre Schachabteilung eine eigene Community aufbauen.
Dabei geht es auch um die Frage, wie Schach außerhalb der klassischen Schachblase präsentiert werden kann. Während ein Weltklasseturnier für eingefleischte Fans selbstverständlich interessant ist, können lange Partien und komplizierte Stellungen für Einsteiger schnell abschreckend wirken. Rozmans Aufgabe wird es sein, diese Distanz zu überbrücken.
Seine Reichweite bietet dafür eine außergewöhnliche Ausgangslage. BASILISK gibt an, mit der Verpflichtung von Rozman insgesamt mehr als 20 Millionen Fans der verschiedenen „schwierigsten Spiele der Welt“ zu erreichen.
Verbindung von Schach und Wissenschaft
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Verbindung von Schach mit Wissenschaft und STEM-Themen. BASILISK versteht sich nicht als gewöhnliche E-Sport-Organisation, sondern möchte eine Heimat für Wissenschafts- und Strategiefans schaffen.
Auch Rozman passt zu diesem Konzept. Er stammt aus einer Familie mit starkem wissenschaftlichem Hintergrund: Seine Großeltern besaßen Doktortitel in Physik, sein Vater einen Masterabschluss in Statistik. Schach und wissenschaftliches Denken sind damit auch in seiner persönlichen Biografie miteinander verbunden.
Rozman sieht zwischen Schach und Wissenschaft vor allem eine gemeinsame Denkweise. Beide Bereiche verlangen die Bereitschaft, Hypothesen auszuprobieren, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Diese Verbindung soll künftig auch in gemeinsamen BASILISK-Projekten stärker sichtbar werden.
Ein neues Kapitel für BASILISK
Die Organisation wurde 2020 von Christopher Bothur und Hans Kassier gegründet und hat sich inzwischen über Schach hinaus einen Namen im E-Sport gemacht. Neben den beiden Schachgroßmeistern gehören unter anderem die StarCraft-II-Weltmeister Serral und Reynor sowie der neunfache EVO-Champion Justin Wong zum Umfeld von BASILISK. Außerdem arbeitet die Organisation mit Wissenschaftskommunikatoren und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen, darunter die Planetary Society und das Caltech Institute for Quantum Information and Matter.
Mit Rozman wird Schach nun zu einem noch größeren Bestandteil dieses Konzepts. Seine Aufgabe ist dabei nicht nur die Vermarktung der eigenen Spieler. Vielmehr soll eine langfristige Schachstrategie entstehen, die Sport, Content und Wissenschaft miteinander verbindet.
Für Keymer und Giri könnte dies gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnen. Ihre internationalen Turniererfolge lassen sich durch Rozmans Reichweite einem Publikum präsentieren, das möglicherweise bisher nur wenig Kontakt mit klassischem Spitzenschach hatte.
Auch abseits des Brettes aktiv
Für Rozman bedeutet die neue Rolle nicht, dass seine bisherigen Projekte vollständig in den Hintergrund treten. Sein nächstes Buch, „How to Win at Chess, Next Level: The Ultimate Guide for Intermediate Play“, soll am 6. Oktober 2026 erscheinen. Anschließend geht der US-Amerikaner erneut auf Europatour. Vom 25. Oktober bis 10. November sind Veranstaltungen in fünf Städten und fünf Ländern geplant.
Die Zusammenarbeit mit BASILISK soll deshalb vielmehr eine zusätzliche Säule seiner bisherigen Arbeit werden. Rozman beschrieb die Partnerschaft als Ergänzung zu seinem bestehenden Schaffen und betonte, dass er dabei viel kreative Freiheit erhalte.
BASILISK setzt auf ein ungewöhnliches Konzept
Die Verpflichtung von GothamChess zeigt, wie sehr sich das professionelle Schach derzeit verändert. E-Sport-Organisationen interessieren sich längst nicht mehr ausschließlich für Spieler, die Turniere gewinnen können. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, eine Community aufzubauen, Geschichten zu erzählen und Sportler zu Marken zu entwickeln.
BASILISK geht diesen Weg besonders konsequent. Mit Vincent Keymer und Anish Giri verfügt die Organisation über zwei Weltklassespieler. Mit Levy Rozman kommt nun ein Content-Creator hinzu, dessen Reichweite selbst viele professionelle Sportorganisationen vor Neid erblassen lassen dürfte.
Für BASILISK ist die Rechnung deshalb klar: Die Großmeister sollen die sportlichen Erfolge liefern, GothamChess soll dafür sorgen, dass diese Erfolge möglichst viele Menschen erreichen.
Ob daraus tatsächlich neue Formate entstehen, die Schach dauerhaft einem noch größeren Publikum näherbringen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Das Potenzial ist jedoch beträchtlich. Mit der Verpflichtung von GothamChess hat BASILISK jedenfalls deutlich gemacht, dass die Organisation Schach nicht als Nebenprojekt betrachtet, sondern zu einem zentralen Bestandteil ihrer Science-E-Sport-Strategie machen möchte.
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