Global Chess League 2026: Magnus Carlsen zurück, Anand wechselt das Team
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Editor: Aditja P.
9/7/2026


Quelle: https://globalchessleague.com/road-to-gcl
Global Chess League 2026: Magnus Carlsen zurück, Anand wechselt das Team
Die vierte Saison der Global Chess League ist eröffnet. In Bengaluru treffen vom 5. bis 13. September sechs Franchises aufeinander. Magnus Carlsen kehrt nach einer Saison Pause zurück, während Viswanathan Anand erstmals für die PBG Alaskan Knights antritt.
Die Global Chess League ist zurück. Nach den ersten drei Austragungen in Dubai, London und Mumbai wird die vierte Saison erstmals in Bengaluru ausgetragen. Vom 5. bis 13. September kämpfen sechs Mannschaften mit zahlreichen Weltklassespielern um den Titel. Die Eröffnungsfeier fand bereits am 4. September im historischen Bangalore Palace statt, gespielt wird anschließend im The Lalit Ashok.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgt die Rückkehr von Magnus Carlsen. Der Weltranglistenerste hatte die dritte Saison ausgelassen und steht nun wieder für die Alpine APL Pipers am Brett. Das Team ist zugleich Titelverteidiger und geht damit mit einem der prominentesten Spieler des internationalen Schachs in die neue Saison.
Carlsen zurück bei den Titelverteidigern
Carlsen bildet gemeinsam mit Anish Giri, Vidit Gujrathi und dem Weltmeister im Schnellschach von 2024, Volodar Murzin, die prominent besetzte Mannschaft der Alpine APL Pipers. Ergänzt wird das Team auf den Frauenbrettern durch Koneru Humpy und die amtierende Weltcupsiegerin Divya Deshmukh, die ihr Debüt in der Global Chess League gibt.
Für Carlsen ist die Rückkehr nach Indien zugleich die Fortsetzung einer besonderen Geschichte mit der Liga. Bereits in der ersten Saison kam es zu spektakulären Begegnungen zwischen dem Norweger und Viswanathan Anand. Nun treffen die beiden Schachlegenden erneut in einem völlig anderen Mannschaftskontext aufeinander.
Anand trägt diesmal allerdings nicht mehr das Trikot der Ganges Grandmasters. Der fünffache Weltmeister übernimmt die Rolle des Icon-Spielers bei den PBG Alaskan Knights. Dort trifft er unter anderem auf Arjun Erigaisi, den erst 15-jährigen türkischen Großmeister Yagiz Kaan Erdogmus und Abhimanyu Mishra.
Gerade diese Kombination aus Erfahrung und Jugend ist eines der Markenzeichen der Global Chess League. Neben etablierten Weltklassespielern erhalten junge Talente die Möglichkeit, auf einer großen internationalen Bühne gegen die stärksten Spieler der Welt anzutreten.
Sechs Teams, sechs Spieler pro Mannschaft
Das besondere Konzept der Global Chess League bleibt auch in der vierten Saison erhalten. Jede Mannschaft besteht aus sechs Spielern: einem Icon, zwei männlichen Superstars, zwei weiblichen Superstars und einem Prodigy. Damit sitzen in jedem Mannschaftskampf gleichzeitig Spieler verschiedener Generationen und aus unterschiedlichen Teilen der Schachwelt am Brett.
Die sechs Teams spielen zunächst ein Doppelrundenturnier. Jede Mannschaft trifft also zweimal auf jede andere Franchise. Die besten Teams qualifizieren sich anschließend für die entscheidende Phase um den Titel.
Auch das Punktesystem unterscheidet sich vom klassischen Schach. Ein Sieg mit den schwarzen Steinen bringt vier Mannschaftspunkte, ein Sieg mit Weiß drei Punkte. Ein Remis wird mit einem Punkt belohnt. Dadurch kann eine Partie mit Schwarz einen größeren Einfluss auf das Mannschaftsergebnis haben als ein Sieg mit Weiß.
Gespielt wird Schnellschach. Jeder Spieler verfügt über 20 Minuten Bedenkzeit, wobei ab dem 41. Zug ein Zuschlag von zwei Sekunden pro Zug hinzukommt. Alle sechs Bretter eines Mannschaftskampfes laufen gleichzeitig, sodass sich die Situation für die Teams innerhalb weniger Minuten grundlegend verändern kann.
Anand Mahindra und die Entwicklung der Liga
Hinter der Global Chess League steht Tech Mahindra gemeinsam mit der FIDE. Eine der zentralen Figuren des Projekts ist Anand Mahindra, Vorsitzender der Mahindra Group. Die Liga verfolgt seit ihrer Gründung 2023 das Ziel, Schach stärker als Zuschauersport zu etablieren und mit dem Franchise-Modell neue Zielgruppen zu erreichen.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt dabei, dass sich die Liga zunehmend professionalisiert. Nach Angaben von ChessBase India konnte die Global Chess League für die vierte Saison weitere Sponsoren und zusätzliche Einnahmen gewinnen. Die Liga nähert sich damit offenbar auch wirtschaftlich einem wichtigen Punkt: dem Erreichen der Gewinnschwelle.
Mit Bengaluru wurde außerdem ein Austragungsort ausgewählt, der kaum besser zur aktuellen Entwicklung des indischen Schachs passen könnte. Die Stadt gilt als eines der wichtigsten Technologiezentren Indiens und verfügt gleichzeitig über eine lebendige Schachszene.
Weltmeister, Nachwuchsstars und Debütanten
Neben Carlsen und Anand bietet die vierte Saison zahlreiche weitere interessante Geschichten. Divya Deshmukh gibt ihr Debüt, nachdem sie 2025 den FIDE-Frauen-Weltcup gewonnen hat. Auch Aravindh Chithambaram und Pranav Venkatesh gehören zu den Spielern, die erstmals in der Global Chess League antreten.
Auf der Prodigy-Position stehen mit Yagiz Kaan Erdogmus und Abhimanyu Mishra zwei besonders junge Großmeister im Mittelpunkt. Beide gehören zu einer Generation, die bereits in sehr jungen Jahren die Weltspitze anvisiert.
Nicht alle bekannten Namen sind dagegen in diesem Jahr dabei. Praggnanandhaa Rameshbabu und Hikaru Nakamura fehlen in der vierten Saison. Dadurch ergeben sich neue Teamkonstellationen und zusätzliche Chancen für Spieler, die bisher weniger im Mittelpunkt der Liga standen.
Bengaluru wird zur Schachbühne
Die Eröffnung im historischen Bangalore Palace gab bereits einen Vorgeschmack auf den Charakter der vierten Saison. Trotz des für Bengaluru typischen Regens präsentierten sich die Stars bei der Zeremonie in entspannter Atmosphäre. Carlsen, Anand, Giri, Vidit und Deshmukh standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Verantwortlichen der Liga.
Bei einer Gesprächsrunde über die Zukunft des Schachs diskutierten Carlsen und Anand gemeinsam über die weitere Entwicklung ihres Sports. Zusammen bringen die beiden zehn Weltmeistertitel auf die Bühne – ein symbolträchtiges Duo für eine Veranstaltung, die Schach stärker mit Unterhaltung, Technologie und einem internationalen Publikum verbinden möchte.
Nun wird sich zeigen, ob die Alpine APL Pipers ihren Titel mit Carlsen verteidigen können oder ob eines der fünf anderen Teams die Favoriten stürzen wird. Die Voraussetzungen für eine spannende Saison sind jedenfalls gegeben: sechs Mannschaften, 36 starke Spieler, ein ungewöhnliches Punktesystem und zahlreiche Duelle, die schon auf dem Papier für Aufmerksamkeit sorgen.
Die Global Chess League 2026 ist damit nicht nur ein weiterer Mannschaftswettbewerb. Sie ist zugleich ein Versuch, dem Schach ein neues sportliches Format zu geben – und mit Magnus Carlsen, Viswanathan Anand und der nächsten Generation an Talenten stehen in Bengaluru einige der bekanntesten Gesichter des Spiels gemeinsam auf einer Bühne.
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