Dragon Chilling triumphiert in Hongkong – Chinas Schachstars gewinnen
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Editor: Leyla K.
6/21/2026


Dragon Chilling triumphiert in Hongkong – Chinas Schachstars gewinnen
Die FIDE World Team Rapid Championship 2026 in Hongkong bot alles, was das moderne Mannschaftsschach auszeichnet: Weltklassespieler, dramatische Wendungen, überraschende Außenseiter und ein Finale, das erst in den letzten Minuten entschieden wurde. Am Ende durfte sich das chinesische Team Dragon Chilling über den Weltmeistertitel freuen. Nach zwölf Runden setzte sich die Mannschaft um Ding Liren, Wei Yi, Yu Yangyi, Lei Tingjie, Ju Wenjun und Bai Jinshi dank der besseren Feinwertung gegen Team MGD1 und Hexamind durch.
Der Erfolg ist nicht nur ein sportlicher Triumph, sondern auch ein Symbol für die anhaltende Stärke des chinesischen Schachs. Während Indien in den vergangenen Jahren mit Gukesh, Praggnanandhaa und Arjun Erigaisi für Schlagzeilen sorgte, erinnerte Dragon Chilling in Hongkong daran, dass China weiterhin zu den führenden Schachnationen der Welt gehört.
Ein perfekter Start legt den Grundstein
Bereits am ersten Turniertag zeichnete sich ab, dass Dragon Chilling zu den heißesten Anwärtern auf Gold gehören würde. Gemeinsam mit KazChess gewann das Team sämtliche Auftaktmatches und setzte sich früh an die Spitze des Feldes. Während zahlreiche Favoriten bereits Punkte liegen ließen, präsentierten sich Ding Liren und seine Mannschaftskollegen bemerkenswert stabil.
Besonders beeindruckend war die Ausgeglichenheit des Teams. Anders als viele Konkurrenten war Dragon Chilling nicht von einzelnen Spielern abhängig. Ob auf den Spitzenbrettern mit Ding Liren und Wei Yi oder auf den Pflichtbrettern für Frauen und Amateurspieler – überall wurden wichtige Punkte gesammelt. Diese mannschaftliche Geschlossenheit sollte sich im weiteren Verlauf als entscheidender Faktor erweisen.
Der zweite Tag gehört den Chinesen
Am zweiten Wettkampftag übernahm Dragon Chilling die alleinige Führung. Zwar verlor Ding Liren eine Marathonpartie gegen Richard Rapport, die sich über unglaubliche 177 Züge erstreckte, doch die Mannschaft gewann dennoch den Wettkampf. Währenddessen gerieten mehrere Favoriten ins Straucheln.
Besonders betroffen war WR Chess. Das Starensemble um Magnus Carlsen, Fabiano Caruana, Wesley So, Maxime Vachier-Lagrave und Jan-Krzysztof Duda galt vor Turnierbeginn als Topfavorit. Doch schon früh häuften sich die Rückschläge. Niederlagen gegen Team MGD1 und andere Außenseiter warfen die Mannschaft weit zurück.
Auch Hexamind mit Alireza Firouzja, Levon Aronian, Anish Giri und Vidit Gujrathi verlor früh wichtige Punkte und musste sich zunächst mit der Rolle des Verfolgers zufriedengeben.
Dramatischer Schlusstag
Der letzte Wettkampftag entwickelte sich zu einem echten Krimi. Dragon Chilling begann den Tag mit einem komfortablen Vorsprung und schien bereits auf dem Weg zum Titel. Doch plötzlich geriet die chinesische Mannschaft ins Wanken. Zwei Niederlagen hintereinander öffneten die Tür für die Konkurrenz.
Kurz vor der Schlussrunde lag sogar das Überraschungsteam Mr Birdie and Friends um Vladislav Artemiev alleine in Führung. Die Sensation schien greifbar. Doch während Dragon Chilling im entscheidenden Moment noch einmal zulegte, verlor Mr Birdie and Friends denkbar knapp und fiel aus den Medaillenrängen.
So musste die Feinwertung entscheiden. Dragon Chilling, Team MGD1 und Hexamind beendeten das Turnier punktgleich. Die chinesische Mannschaft hatte jedoch die beste Zweitwertung und durfte sich über die Goldmedaillen freuen. Silber ging an Team MGD1, Bronze an Hexamind.
Ding Liren führt sein Team zum Titel
Für Ding Liren besitzt dieser Erfolg eine besondere Bedeutung. Seit seinem Rücktritt als Weltmeister stand der Chinese nicht mehr regelmäßig im Mittelpunkt der internationalen Schachszene. In Hongkong zeigte er jedoch, dass er weiterhin zu den stärksten Spielern der Welt gehört.
Vor heimischem Publikum führte er sein Team nicht nur sportlich an, sondern wurde auch zu einer Symbolfigur des Turniers. Gemeinsam mit Wei Yi, Yu Yangyi, Lei Tingjie und Ju Wenjun verkörperte Dragon Chilling die enorme Breite des chinesischen Spitzenschachs.
Besonders Yu Yangyi spielte ein herausragendes Turnier. Seine Leistungen an Brett drei wurden mit der Goldmedaille für die beste Performance auf seinem Brett belohnt. Auch Bai Jinshi trug mit wichtigen Punkten entscheidend zum Gesamterfolg bei.
Carlsens schwierige Wochen setzen sich fort
Während Dragon Chilling feiern durfte, erlebte Magnus Carlsen eines der schwierigsten Turniere seiner Karriere. Bereits beim Norway Chess hatte der Weltranglistenerste ungewohnte Schwächen gezeigt. In Hongkong setzte sich diese Formkrise fort.
Gegen Arjun Erigaisi, Shant Sargsyan, Javokhir Sindarov und Aydin Suleymanli kassierte Carlsen vier Niederlagen in Folge. Eine derartige Serie hatte der Norweger in klassischen Turnieren und Schnellschachveranstaltungen seit seiner Kindheit nicht mehr erlebt.
Die Folgen waren gravierend. WR Chess beendete das Turnier lediglich auf Rang 17 und blieb damit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Für eine Mannschaft, die mit Abstand als stärkstes Team des Wettbewerbs galt, war dies die größte Enttäuschung des Turniers.
Indien bleibt die stärkste Verfolgernation
Trotz des chinesischen Triumphs war Indien erneut hervorragend vertreten. Team MGD1 um Arjun Erigaisi verpasste den Titel nur denkbar knapp und gewann die Silbermedaille. Auch Chessgurukul sorgte mit einem starken fünften Platz für Aufsehen.
Praggnanandhaa unterstrich seine außergewöhnliche Form und gewann die Goldmedaille für die beste Leistung am Spitzenbrett. Damit setzte der Sieger von Norway Chess seine beeindruckende Saison fort.
Ein Turnier mit Signalwirkung
Die Team-Weltmeisterschaft in Hongkong zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig das moderne Schach geworden ist. Neben Weltklassespielern traten Frauen, Nachwuchstalente und Amateurspieler gemeinsam in einem Team an. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz des Wettbewerbs aus.
Sportlich bleibt vor allem der Triumph von Dragon Chilling in Erinnerung. Das chinesische Team war über die gesamte Woche hinweg die konstanteste Mannschaft des Feldes und bewies in den entscheidenden Momenten die stärksten Nerven.
Während Magnus Carlsen und WR Chess auf Wiedergutmachung im Blitzturnier hoffen, hat Dragon Chilling bereits Schachgeschichte geschrieben. Der erste chinesische Sieg bei einer Team-Schnellschach-Weltmeisterschaft ist ein weiterer Meilenstein für eine Nation, die ihren Platz an der Weltspitze eindrucksvoll bestätigt hat.
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