Alireza Firouzja triumphiert beim 4. Quantbox Chennai Grand Masters 2026
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Editor: Thomas L.
7/25/2026


Alireza Firouzja triumphiert beim 4. Quantbox Chennai Grand Masters 2026
Der Franzose bleibt ungeschlagen und sichert sich den Turniersieg – Arjun Erigaisi und Dmitry Andreikin komplettieren das Podium
Das 4. Quantbox Chennai Grand Masters hat einmal mehr bestätigt, warum es inzwischen zu den bedeutendsten Einladungsturnieren im internationalen Schachkalender zählt. Eine Woche lang trafen in Chennai acht Weltklassespieler im klassischen Rundenturnier aufeinander – darunter der amtierende Weltmeister Gukesh Dommaraju, Arjun Erigaisi, Nodirbek Abdusattorov, Hans Niemann und Alireza Firouzja.
Am Ende setzte sich der Franzose Alireza Firouzja mit einer souveränen und vor allem konstanten Leistung durch. Ohne eine einzige Niederlage gewann der 23-Jährige das Turnier mit 4,5 Punkten aus sieben Partien und feierte damit einen seiner wichtigsten Erfolge der Saison.
Ein perfekter Start als Schlüssel zum Erfolg
Bereits in den ersten beiden Runden legte Firouzja den Grundstein für seinen späteren Turniersieg. Nach einem Auftakterfolg gegen Pranesh M gelang ihm in der zweiten Runde ein prestigeträchtiger Sieg gegen Weltmeister Gukesh Dommaraju. Während sich die übrigen Spitzenspieler häufig gegenseitig neutralisierten, verschaffte sich Firouzja früh einen ganzen Punkt Vorsprung.
Anstatt unnötige Risiken einzugehen, setzte der Franzose anschließend auf kontrolliertes Positionsspiel. In den verbleibenden fünf Runden gab er zwar ausschließlich Remis ab, ließ seinen Vorsprung jedoch nie ernsthaft in Gefahr geraten. Gerade diese Mischung aus konsequentem Start und souveränem Turniermanagement erwies sich letztlich als entscheidender Erfolgsfaktor.
Finale gegen Erigaisi bringt die Entscheidung
Vor der letzten Runde war die Ausgangslage klar: Arjun Erigaisi benötigte mit den schwarzen Steinen einen Sieg gegen Firouzja, um den Franzosen noch vom ersten Platz zu verdrängen.
Der Inder entschied sich deshalb für eine ambitionierte Sizilianische Verteidigung und versuchte früh, eine unbalancierte Stellung zu erzeugen. Firouzja ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Mit präzisem Spiel neutralisierte er die schwarzen Gewinnversuche und steuerte die Partie in ein ausgeglichenes Endspiel, in dem beide Spieler schließlich die Punkteteilung vereinbarten. Das Remis reichte Firouzja, um den Turniersieg endgültig perfekt zu machen.
Andreikin nutzt seine Chance
Spannend blieb dagegen der Kampf um die weiteren Podiumsplätze.
Während Firouzja bereits als Sieger feststand, traf Dmitry Andreikin in der Schlussrunde auf Nodirbek Abdusattorov. Der erfahrene Großmeister nutzte seine Chance konsequent, gewann seine Partie und schloss das Turnier mit vier Punkten ab.
Da Arjun Erigaisi ebenfalls auf vier Zähler kam, musste die Feinwertung entscheiden. Hier hatte Andreikin die Nase knapp vorn und sicherte sich Rang zwei, während Erigaisi das Turnier auf dem dritten Platz beendete.
Weltmeister Gukesh erlebt ein enttäuschendes Heimturnier
Der größte Gesprächsstoff des Turniers war allerdings die Leistung des amtierenden Weltmeisters.
Für Gukesh Dommaraju verlief das Heimturnier weit hinter den Erwartungen. Bereits die Niederlage gegen Firouzja in Runde zwei brachte ihn früh ins Hintertreffen. Im weiteren Turnierverlauf fand der Weltmeister nie zu seinem gewohnten Rhythmus und musste insgesamt mehrere Niederlagen hinnehmen.
Auch in der Schlussrunde gelang ihm gegen Hans Niemann kein Befreiungsschlag. Das Remis bedeutete lediglich den zweiten Punktgewinn des gesamten Turniers. Mit 2 aus 7 Punkten belegte Gukesh überraschend den achten und letzten Platz – ein Ergebnis, das angesichts seiner Rolle als amtierender Weltmeister für viele Beobachter unerwartet kam.
Ein hochklassiges Teilnehmerfeld
Die vierte Ausgabe des Chennai Grand Masters überzeugte erneut durch ihre außergewöhnliche Besetzung. Neben Firouzja, Erigaisi und Gukesh gehörten auch Nodirbek Abdusattorov, Hans Niemann, Nihal Sarin, Pranesh M und Dmitry Andreikin zum Teilnehmerfeld.
Gespielt wurde ein klassisches Rundenturnier mit acht Spielern und sieben Runden im The Westin Chennai Velachery. Mit einem Preisfonds von 7,5 Millionen Rupien und wichtigen Punkten für den FIDE Circuit zählt das Turnier mittlerweile zu den bedeutendsten klassischen Einladungsturnieren Asiens.
Firouzja sendet ein deutliches Signal
Mit seinem Erfolg in Chennai meldet sich Alireza Firouzja eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. Besonders bemerkenswert war dabei weniger die Anzahl seiner Siege als vielmehr seine Konstanz. Nach den beiden Auftakterfolgen kontrollierte der Franzose das Turniergeschehen mit großer Reife und vermied unnötige Risiken. Diese Mischung aus Pragmatismus und Präzision brachte ihm verdient den Turniersieg ein.
Für Arjun Erigaisi und Dmitry Andreikin war das Turnier ebenfalls ein Erfolg. Beide präsentierten sich auf hohem Niveau und blieben bis zur Schlussrunde im Rennen um den Titel. Weniger erfreulich verlief die Woche dagegen für Gukesh Dommaraju, der nach einer Reihe schwacher Ergebnisse nun darauf hoffen wird, bei den kommenden Spitzenturnieren wieder zu seiner gewohnten Form zurückzufinden.
Das Quantbox Chennai Grand Masters hat sich damit erneut als eines der hochkarätigsten klassischen Einladungsturniere etabliert. Die Kombination aus einem erstklassigen Teilnehmerfeld, kämpferischen Partien und hoher sportlicher Qualität machte auch die vierte Auflage zu einem der Höhepunkte des Schachsommers 2026.
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